Mitten im Winter: Baden im Mittelmeer
Aktualisiert

Mitten im Winter: Baden im Mittelmeer

Die ungewöhnlich warmen Temperaturen verlocken Mensch und Tier zu einem Verhalten, wie es in diesen Breitengraden sonst im Frühling zu beobachten ist.

Bei fast 20 Grad Celsius Lufttemperatur gehen die Spanier mitten im Januar im Mittelmeer baden. Belgien verzeichnet zum Auftakt des Jahres mit knapp zwölf Grad Celsius eine Durchschnittstemperatur wie sonst im Juni.

Französische und norwegische Ski-Ressorts müssen tausende von Saisonarbeitern nach Hause schicken. In den Kleidungsgeschäften stapelt sich die Winterware. Die wetterbedingte Winterpause für die Bauarbeiter fällt selbst in den sonst eisigen Ländern des Nordens aus.

Frühlingsgefühle

Die Liste lässt sich mit Beispielen aus der Tier- und Pflanzenwelt fortsetzen: Nach monatelanger Schlaflosigkeit sind die Bären im Moskauer Zoo deutlich verspätet in den Winterschlaf gefallen. In einem bulgarischen Zoo legen die Pfauen Eier, weil Frühlingsgefühle sie offenbar überwältigt haben.

In Italien schlagen Pfirsich-, Pflaumen und Aprikosenbäume um Monate zu früh aus. Landwirte beobachten voller Sorge, wie die Saat aufgeht und höchst anfällig für Ungeziefer wird, das keiner Kälte zum Opfer fällt.

«Extreme Ereignisse»

«Wir befinden uns in einer Phase extremer Ereignisse», sagt Achim Steiner, Chef des UNO-Umweltprogramms. «Der Klimawandel ist eine Realität und wird heftiger - unabhängig davon, ob die Entwicklung etwas mit Treibhausgasen zu tun hat oder nicht.»

Wissenschaftler halten die Treibhausgase für eine zentrale Ursache für die Erwärmung der Erdatmosphäre, die der Welt seit 1994 die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen beschert hat.

Rekordverdächtiges 2007

Laut UNO-Statistik reiht sich 2006 auf der seit fast 150 Jahren geführten Liste der wärmsten Jahre auf Platz sechs ein. Britische Meteorologen gehen davon aus, dass 2007 einen Rekord aufstellt, weil die Temperaturen dieses Jahr zusätzlich durch das regelmässige El-Nino-Phänomen im Pazifik in die Höhe getrieben werden.

Zum Glück für den österreichischen Skifahrer Rainer Schönfelder. Weil der 29-Jährige eine Wette gegen seinen Physiotherapeuten verlore, musste er eine Abfahrt am Lauberhorn nackt absolvieren. Es herrschten zehn Grad Plus, als Schönfelder am Mittwoch nur mit Skischuhen, Helm und Handschuhen auf die Piste ging.

(sda)

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