Aktualisiert 28.08.2005 19:44

Mitten in Bern ausgeraubt – und alle schauten weg

Brutaler Überfall mitten in Bern: Ein 25-Jähriger wurde in der Nacht auf Samstag mit einem Messer bedroht und ausgeraubt. Mehrere Passanten liefen vorbei – bemerkt haben will keiner etwas.

Nichts Böses ahnend spazierte ein 25-jähriger Schweizer am Samstag nach Mitternacht durch die Berner City: Beim Treppenaufgang zur grossen Schanze wurde der Mann plötzlich von einem Unbekannten nach Geld gefragt. Als der Angesprochene zögerte, rastete der 18- bis

25-jährige Übeltäter aus: Er zückte ein Messer und drohte, es seinem Opfer in den Hals zu rammen. Eingeschüchert übergab der Mann seinem dunkelhäutigen Peiniger das Geld. Dieser nahm es und flüchtete gemeinsam mit seinem Kollegen, der bei der Treppe gewartet hatte.

Frappant: Wie das Opfer aussagte, kamen während des Überfalls mehrere Leute vorbei – eingegriffen hat aber niemand. «Das war bestimmt keine böse Absicht», ist Stapo-Sprecherin Franziska Frey überzeugt. «Die Passanten haben offenbar nicht realisiert, wie bedrohlich die Situation war.» Womöglich seien sich die Männer sehr nah gegenübergestanden.

Fest steht: Bereits am Wochenende zuvor hatten sich in der Innenstadt zwei ähnliche Raubüberfälle ereignet. «Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht, können wir aber noch nicht sagen», so Frey.

Raffaela Moresi

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