Justiz in Guatemala: Mob lyncht Kindermörder
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Justiz in GuatemalaMob lyncht Kindermörder

Bewohner der guatemaltekischen Indigenen-Gemeinde Tactic im Norden des Landes haben einen zweifachen Kindermörder zusammengeschlagen, mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt.

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Es ist nicht das erste Mal, dass in Guatemala die Menschen das Recht in die eigenen Hände nehmen. Besonders in den indigenen Dörfern ist noch heute das Vertrauen in die Polizei und die Justiz sehr gering. Doch dieser Fall erschüttert durch seine ausserordentliche Brutalität.

Der 35-jährige Julio Saquil war am Mittwoch betrunken in eine Klasse der ländlichen Schule San Juan de la Asunción in Tactic, etwa 190 km nördlich der Hauptstadt, eingedrungen. Mit einer Machete enthauptete er die acht Jahre alte Evelyn Yanisa Saquij Bin und den 13-jährigen Juan Armando Coy Cal.

Lynchen gehört zur Kultur

Saquil wurde von einem Mob überwältigt und auf dem Schulplatz zunächst mit Stöcken und Steinen geschlagen. Danach zündeten ihn die wütenden Lehrer und Nachbarn an. Saquil war bereits tot, als die Feuerwehr eintraf. Laut Berichten lokaler Medien war der Mann in der Gegend für seine Alkohol- und Drogenprobleme bekannt.

Der jüngste Fall von Lynchjustiz ist einer der 234 Fälle, die im letzten Jahr verzeichnet wurden. Wie Menschenrechtsorganisationen melden, sind dabei 40 Menschen ums Leben gekommen.

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