Besuch von den Behörden: Mobbing-Vorwürfe gegen José Mourinho
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Besuch von den BehördenMobbing-Vorwürfe gegen José Mourinho

Wer bei José Mourinho in Ungnade fällt, hat's schwer. Drei unerwünschte Spieler durften nicht mehr mit der Mannschaft trainieren. Das Arbeitsministerium musste bei Real vorbeischauen.

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José Mourinhos Trainingsmethoden stehen auf dem Prüfstein. (Bild: Keystone)

José Mourinhos Trainingsmethoden stehen auf dem Prüfstein. (Bild: Keystone)

Royston Drenthe, Fernando Gago und Pedro Leon spielten in den Planungen von Real-Trainer José Mourinho schon länger keine Rolle mehr. Zu Einsatzminuten kamen sie in der letzten Saison kaum. Wenn die drei Aussortierten Glück hatten, durften sie zwischendurch auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Um die Spieler zu überzeugen, dass sie sich einen neuen Verein suchen sollten, durften sie nach der Sommerpause nicht mehr mit der Mannschaft trainieren. Auch ins Trainingslager wurden sie auf Anweisung von Mourinho nicht mitgenommen. Zeitweise soll er den drei Ausgemusterten gar verweigert haben, mit dem Ball zu trainieren.

Alle drei haben Mourinhos Lektion kapiert: Rechzeitig vor Transferschluss haben sie einen neuen Verein gefunden. Royston Drenthe wurde an Everton ausgeliehen, Pedro Leon kehrt zunächst leihweise und im nächsten Jahr fix zu Getafe zurück und Fernando Gago fand Unterschlupf beim AS Rom.

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Hat Mourinho gemobbt?

Wie nun bekannt geworden ist, hat aber noch vor Ende der internationalen Transferfrist das Arbeitsministerium das Training von Real Madrid besucht. Nach Mobbing-Vorwürfen untersuchte die Behörde die Arbeitsmethoden des «Special One». In Spanien ist den Profispielern nämlich per Tarifvertrag das Recht zugesichert, gemeinsam mit der Mannschaft zu trainieren - um zu verhindern, dass Vereine ihre Angestellten aus gültigen Verträgen mobben.

Juristische Schritte hat nur Pedro Leon eingeleitet. Die Chancen auf einen Erfolg vor Gericht stehen gemäss spanischen Rechtsexperten gut. Präzedenzfälle wie derjenige von Bernd Schuster, der Ende der 80er-Jahre gegen den FC Barcelona vor Gericht zog, weil man ihn aus dem Kader verbannt hatte, sind eindeutig. Auf Real Madrid und José Mourinho kommt nach den Negativschlagzeilen um den «Hassico» gegen Barça also weiteres Ungemach zu.

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