Aktualisiert 14.06.2011 13:22

Hetz-Portal gehacktMobbing-Website Isharegossip ist offline

Hacker haben die Mobbing-Website Isharegossip gekapert. Die Täter drohen mit der Veröffentlichung aller Daten. Auf der Site können Nutzer anonym Schüler und Lehrer beschimpfen.

Das Hetz-Portal «Isharegossip» wurde von Hackern übernommen.

Das Hetz-Portal «Isharegossip» wurde von Hackern übernommen.

Die Mobbing-Site Isharegossip.com ist seit Dienstagvormittag nicht zu erreichen. Unbekannte Täter, die sich «23timesPi» nennen, haben das Portal gehackt und fordern auf der Startseite Administratoren, Organisatoren und Moderatoren auf, sich innerhalb einer Woche bei der Polizei zu melden. Sie drohen damit, andernfalls alle Daten öffentlich zu machen. Mails, Zugangsdaten und Namen seien bekannt.

«Dann können sich die Opfer gleich persönlich bedanken kommen», heisst es dort. Überschrieben ist die Seite mit dem Gruss «Hacks And Kisses». Darunter stehen folgende Verszeilen: «Vernimm derweil, Geschöpf der Nacht, die Mär von Zeiten unter Lichte. Denn wer allein im Dunklen wacht, dem scheint wohl fremd, was ich berichte.»

Seite ist offline

Auf einer Ausweichseite der Betreiber ist zu lesen, «leider wurde unsere Domain gestohlen». Der Server sei davon allerdings nicht betroffen. Bis Näheres in Erfahrung gebracht werden könne, bleibe die Seite offline. Darüber hinaus wird versichert: «User haben definitiv nichts zu befürchten, da wir keine IP-Adressen speichern.» Über die IP-Adresse besteht für Behörden die Möglichkeit, Internetnutzer über den Anbieter zu identifizieren.

Auf der Internet-Plattform «Isharegossip» können Nutzer anonym Schüler und Lehrer beschimpfen. Die Behörden ermitteln gegen den Betreiber unter anderem wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung. Im März war das Portal als jugendgefährdend auf den Index gesetzt worden.

Fahndung nach Betreibern bislang ohne Erfolg

Die laut Impressum im lettischen Riga angemeldete Seite steht im Visier der Justizbehörden in Frankfurt am Main. Bislang lief die Fahndung nach dem Betreiber aber vergeblich. Ein in Lübeck festgenommener Hochstapler führte Ende Mai Zielfahnder der Polizei bei deren Suche nach den Verantwortlichen in die Irre. Es stellte sich heraus, dass der 25-Jährige lediglich ein «Trittbrettfahrer» war.

Hintergrund der Indizierung sind Hetzbeiträge auf dem Portal, die in Berlin zu brutalen Schlägereien unter Jugendlichen geführt hatten. Dabei war ein 17-Jähriger schwer verletzt worden. Wegen Androhung von Amokläufen auf der Internetseite mussten auch mehrfach Berliner Schulen geschlossen werden (20 Minuten Online berichtete). (dapd)

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