Mobiliar: Keine Abenteuer - aber Stellenabbau
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Mobiliar: Keine Abenteuer - aber Stellenabbau

Die Mobiliar ist zufrieden, dass sie in den vergangenen Jahren weder Ausland- noch Allfinanz-Abenteuer unternommen hat. Die Zahl der Generalagenturen wird verringert, es kommt zu einem Stellenabbau.

Während die Konkurrenz sich Hals über Kopf aus dem Ausland zurückzieht, sieht die Mobiliar ihr Wachstum im Inland.

Die Mobiliar wolle in der Öffentlichkeit besser verankern, dass sie eine Genossenschaft sei, sagt Urs Berger, Direktionspräsident der Berner Gruppe, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Dank des ausserordentlich dichten Agenturnetzes sei die Mobiliar profitmässig von den Börsenentwicklungen unabhängig.

Wieder in Gewinnzone

So könnten 1,3 Millionen Kunden am Resultat mitbeteiligt werden. Nach zwei Jahren im Minus kehrte die Versicherung in der ersten Hälfte 2003 wieder in der Gewinnzone zurück. Damit will die Mobiliar ihre Position gegenüber der Konkurrenz ausbauen. Die Finanzlage sei solide und die Strukturen seien stark, sagt Berger.

Die auf die Schweiz konzentrierte Mobiliar blieb von den schlechten Börsenjahren 2001 und 2002 nicht verschont. In diesen Jahren schrieb sie 174 Mio. und 84 Mio. Fr. Verlust. Diese roten Zahlen sind aber weit entfernt von jenen der Konkurrenz wie Zurich Financial Services, Swiss Life oder Bâloise.

Auch devestierte die Konkurrenz Akquisitionen und musste dabei bedeutende Abschreibungen vornehmen. Swiss Life etwa dürfte aus dem beabsichtigten Verkauf der Gotthard Bank nur die Hälfte des 1999 aufgewendeten Betrags erlösen.

Nie von Allfinanz geträumt

Urs Berger, der von der Bâloise gekommen war, erinnert daran, dass die Mobiliar auch von der Idee der Allfinanz nie ergriffen wurde. Die Mobiliar ging mit Banken bei der Risiko- Lebensversicherung lediglich Partnerschaften ein.

Die Mobiliar-Gruppe macht gut zwei Drittel ihres Umsatzes im Nicht-Leben-Bereich und ist namentlich bei den Hausrat- Versicherungen Marktleaderin. Sie verfügt über ein Verkaufsnetz, das auch den Lebenbereich umfasst.

Stellenabbau

Die 95 sehr autonomen Generalagenturen werden derzeit auf 80 hinuntergefahren. Diese Reduktion geschieht im Rahmen einer Strukturanpassung, welche 368 der 3900 Stellen kostet.

Urs Berger will den Providentia-Standort in Nyon VD erhalten. Die Providentia ist in der beruflichen Vorsorge und der Rückversicherung von Vorsorgeeinrichtungen tätig.

Sie gliederte jüngst ihre Sammelstiftungen aus. Der Lebensversicherer beschäftigt rund 300 Personen. Vor drei Jahren waren es noch 400 gewesen.

Berger sieht in der Lebensversicherung grosses Potenzial. Im Schweizer Markt werde es in den kommenden Jahren zu Konzentrationen kommen. Laut Berger wird die Mobiliar eher ihre Partnerschaften ausbauen als Akquisitionen tätigen.

(sda)

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