«Beim Ableben gibts ein Feuerwerk»: Mobiliar-Mitarbeiter hatet gegen Glarner – und wird geoutet
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«Beim Ableben gibts ein Feuerwerk»Mobiliar-Mitarbeiter hatet gegen Glarner – und wird geoutet

Ein Mitarbeiter der Mobiliar schreibt auf Facebook, er würde den Tod von SVP-Nationalrat Andreas Glarner feiern. Dieser fordert von der Versicherung eine Reaktion.

von
Leo Hurni
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«Eins ist sicher!! Beim Ableben von Glarner gibts ein festliches Feuerwerk», schrieb ein Versicherungsberater auf Facebook. Der betroffene Nationalrat Andreas Glarner freut sich gar nicht darüber. 

«Eins ist sicher!! Beim Ableben von Glarner gibts ein festliches Feuerwerk», schrieb ein Versicherungsberater auf Facebook. Der betroffene Nationalrat Andreas Glarner freut sich gar nicht darüber.

stahl photographie gmbh
Auf Facebook outet er die Person und schiesst gegen die Mobiliar, wo die Person arbeitet. «Also immerhin weiss ich jetzt, wo ich nie eine Versicherung abschliessen werde», schreibt Glarner. 

Auf Facebook outet er die Person und schiesst gegen die Mobiliar, wo die Person arbeitet. «Also immerhin weiss ich jetzt, wo ich nie eine Versicherung abschliessen werde», schreibt Glarner.

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Die Mobiliar hat bereits Kenntnis vom inzwischen gelöschten Beitrag des Mitarbeiters, sagt Mobiliar-Mediensprecher Jürg Thalmann.

Die Mobiliar hat bereits Kenntnis vom inzwischen gelöschten Beitrag des Mitarbeiters, sagt Mobiliar-Mediensprecher Jürg Thalmann.

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG

Darum gehts

  • Auf Facebook schreibt ein Mitarbeiter der Mobiliar, dass er den Tod von Nationalrat Andreas Glarner feiern werde.

  • Glarner outet den Mitarbeiter daraufhin mit Namen und Foto.

  • Man dulde generell keinerlei Formen von Hassreden, heisst es bei der Mobiliar dazu.

«Eins ist sicher!! Beim Ableben von Glarner gibts ein festliches Feuerwerk», schrieb der Versicherungsberater M.M.* auf Facebook. In welchem Kontext der Kommentar genau abgesetzt wurde, ist nicht bekannt.

SVP-Nationalrat Nationalrat Andreas Glarner bekam dennoch Wind davon – und freute sich gar nicht über die Äusserung. Auf Facebook outet er den Berater mit Namen und Foto. «Also immerhin weiss ich jetzt, wo ich nie eine Versicherung abschliessen werde», schrieb er.

Glarner fordert Mobiliar zum Handeln auf

«Dieser Post hat mich erschreckt. Der Mann wünscht mir indirekt den Tod, was ich nicht einfach so akzeptieren kann», sagt Glarner. Dass die Mobiliar es ihren Mitarbeitern erlaube, sich so auf Facebook zu äussern, findet er bedenklich. Tatsächlich äusserte sich der Mitarbeiter bereits früher kritisch gegenüber verschiedenen Vertretern der SVP.

«Da müsste die Mobiliar ihn schon zurechtweisen, denn er schadet so dem Unternehmen.» Die Mobiliar sei ihm zwar grundsätzlich sympathisch, aber dass das Unternehmen so etwas erlaube, findet er «krass».

Mobiliar distanziert sich

Bei der Mobiliar habe man bereits Kenntnis vom inzwischen gelöschten Beitrag des Mitarbeiters, sagt Mobiliar-Mediensprecher Jürg Thalmann. Zum Online-Kommentar des Angestellten sagt Thalmann: «Die Mobiliar verfügt über einen verbindlichen Code of Conduct für alle Mitarbeitenden und Social-Media-Richtlinien, die sie – sofern sie die Mobiliar als ihre aktuelle oder ehemalige Arbeitgeberin auf Social Media nennen – einzuhalten haben.»

Die Mobiliar dulde generell keinerlei Formen von Hassreden und Diskriminierung. «Wir sind im Gespräch mit dem Mitarbeiter, um den Vorgang intern zu klären», so Thalmann. Der Mobiliar-Mitarbeiter selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Online-Community gespalten

Auf den sozialen Medien sorgt die Diskussion um die Mobiliar für viel Aufmerksamkeit. Alleine unter Glarners Facebook-Post finden sich rund 400 Kommentare. Viele fordern dabei die Kündigung des Mitarbeiters. Andere nehmen die Versicherung allerdings auch in den Schutz. «Die Versicherung ist super und hat nichts mit dem Herrn zu tun», schreibt ein Nutzer darunter.

Für seinen Post mitsamt Foto des Mobiliar-Mitarbeiters erntet Andreas Glarner allerdings auch Kritik. Dass er den Namen des Mitarbeiters öffentlich postete, stört viele. «Scheiss Post von ihm, aber eine solche Reaktion von einem Nationalrat ist mindestens so schlimm und himmeltraurig», schreibt ein Nutzer auf Twitter dazu. «Nicht die feine englische Art, ganz klar. Aber ich an Ihrer Stelle würde mir Gedanken machen, was andere Menschen dazu bringt, so zu denken...», ein anderer.

Nationalrat Andreas Glarner sorgt immer wieder für Schlagzeilen in den Medien. So sorgte er zuletzt für Aufregung, als er ein Kopfgeld von 2000 Franken auf Vandalen aussetzte, die SVP-Wahlplakate zerstörten.

*Name der Redaktion bekannt

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