Aktualisiert

Zürich-WiedikonMobility-Autofahrer bremst VBZ-Bus aus – Geldstrafe

Mitten im Feierabendverkehr hat ein aufgebrachter Autolenker einen vollbesetzten VBZ-Bus mittels Schikanestopp wiederholt durchgeschüttelt. Weiter liess er den Bus 15 Minuten nicht vorbei.

von
Von Attila Szenogrady
An dieser Bushaltestelle versperrte der Autofahrer einem VBZ-Bus den Weg.

An dieser Bushaltestelle versperrte der Autofahrer einem VBZ-Bus den Weg.

Wieder einmal ein klassischer Fall zum alltäglichen Wahnsinn im Stadtzürcher Strassenverkehr. Es war am 6. November 2012, als ein heute 41-jähriger Autolenker im dichten Feierabendverkehr mit einem Fahrzeug der Mobility-Genossenschaft über die Schweighofstrasse in Zürich-Wiedikon fuhr.

Auf der Höhe der Bushaltestelle Friesenbergstrasse passierte es. Der Adliswiler Autolenker überholte einen VBZ-Bus, der mit gestelltem Blinker im Begriff war herauszufahren.

Bus wiederholt ausgebremst …

Der Buschauffeur trat auf die Bremse und konnte nur knapp einen schweren Unfall vermeiden. Aufgebracht betätigte er nicht nur die Hupe, sondern auch das Lichtsignal. Zum Ärger des geblendeten Automobilisten, der absichtlich abrupt anhielt. Mit der Folge, dass der VBZ-Angestellte eine Vollbremsung machen musste und der vollbesetzte Bus erstmals durchgeschüttelt wurde.

Dann fuhr der Autolenker weiter. Doch nur 30 Meter weit, bis er erneut voll auf die Bremse trat. Wobei der Bus wiederum brüsk abbremsen musste und erst 50 Zentimeter hinter dem Beschuldigten zum Stillstand kam. Erneut wurden die Passagiere durchgeschüttelt.

… und blockiert

Dann stieg der Autolenker aus. «Ich wollte ihn zur Rede stellen und seinen Namen erfahren», erklärte der Adliswiler am Sonntag auf Anfrage. Allerdings habe sich der Buschauffeur geweigert, habe von Verletzten gesprochen und ihn aufgefordert, gefälligst weiterzufahren. Laut Staatsanwaltschaft blockierte der Beschuldigte den Bus und hinderte ihn an der Weiterfahrt. Worauf der genötigte Buslenker die Leitstelle einschaltete und die Blockade im Abendverkehr meldete.

Sicher ist, dass der Autolenker erst nach 15 Minuten weiterfuhr und rund einen Monat später von der Polizei kontaktiert wurde. Der Buschauffeur hatte sich die Kontrollschilder seines Gegners gemerkt und Anzeige erstattet.

Wegen Nötigung verurteilt

Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl leitete eine Untersuchung ein und verurteilte den Autolenker per Strafbefehl wegen mehrfacher Nötigung sowie grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 60 Franken, also 3'600 Franken sowie zu einer Busse von 300 Franken. Zudem soll er die Verfahrenskosten von 900 Franken tragen.

Der Autolenker zeigte sich verärgert über den seines Erachtens einseitigen Entscheid. Aufgrund von zwei Belastungszeugen habe er aber den Strafbefehl akzeptiert. Allerdings könne er die Busse erst später bezahlen und habe seinen Führerausweis für ein halbes Jahr abgeben müssen. Enttäuscht zeigte er sich auch darüber, dass seine Gegenanzeige gegen den Buschauffeur zu keiner Bestrafung geführt habe.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.