Car-Sharing : Mobility-Autos sollen künftig selbständig fahren
Aktualisiert

Car-Sharing Mobility-Autos sollen künftig selbständig fahren

Die Deutsche Bahn plant eine Flotte selbstfahrender Autos. In der Schweiz will Mobility eine zentrale Rolle in Sachen autonomes Fahren spielen.

von
J. Panknin

Unternehmen, deren Business mit Mobilität zu tun hat, werden sich über kurz oder lang mit der Entwicklung des autonomen Fahrens beschäftigen müssen. Das gilt für Autobauer genauso wie für den öffentlichen Verkehr oder Car-Sharing-Anbieter wie Mobility.

Um trotz neuer Konzepte konkurrenzfähig zu bleiben und nicht einfach überrollt zu werden, will die Deutsche Bahn (DB) ihr Angebot von den Schienen auf die Strassen ausweiten: «Wir werden mit Sicherheit in Zukunft Flotten mit fahrerlosen Autos betreiben», gab DB-Chef Rüdiger Grube seine Zukunftsvisionen jetzt in einem Interview mit der deutschen «Wirtschaftswoche» preis.

SBB vertrauen auf Partner Mobility

Die SBB hingegen verstehen sich bis heute in erster Linie als «Schweizerisches Bahnunternehmen», wie Mediensprecher Daniele Pallecchi zu 20 Minuten sagt. Um Angebote rund um Automobile kümmere sich der Car-Sharing-Anbieter Mobility, der als SBB-Partner Fahrzeuge an zahlreichen Bahnhöfen anbiete, heisst es.

Dort beschäftige man sich schon länger mit dem Thema, sagt Patrick Eigenmann, Sprecher von Mobility: «Wir verfolgen die Fortschritte genau und entwickeln selber Ansätze, um eine zentrale Rolle spielen zu können, sobald autonome Autos auf Schweizer Strassen unterwegs sind.» Wie diese Ansätze aussähen, dürfe er heute aber noch nicht verraten, erklärt er.

Der Car-Sharing-Anbieter dürfte denn auch noch ein paar Jährchen Zeit haben, um seine Projekte zu vollenden. Schliesslich fehlen derzeit auch hierzulande noch die nötige Infrastruktur sowie die Gesetzgebung rund ums autonome Fahren. Laut DB-Chef Grube sollte man sich aber nicht mehr allzu lang Zeit lassen: «Autonomes Fahren wird zum Standard, vielleicht 2025, 2030 oder 2035. Wann genau, weiss ich nicht. Aber ich spüre, dass die Einführung eher früher als ­später kommen wird.»

Lokführer bald arbeitslos?

Grube prophezeit denn auch ein Aussterben des klassischen Zugführer-Berufs, weil die Aufgaben des Lokführers und des Fahrdienstleiters in Zukunft immer mehr verschmelzen würden: «Züge könnten in ein bis zwei Jahrzehnten aus der Betriebszentrale gesteuert werden», erklärt er. Nicht so in der Schweiz: «Für die SBB ist das ferne Zukunftsmusik», sagt SBB-Sprecher Pallecchi.

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