Aktualisiert 14.07.2009 17:46

H&M und ZaraModediscounter gross in Mode

Als Folge der Wirtschaftsflaute kämpfen Labels wie Chanel, Louis Vuitton und Gianfranco Ferré mit Problemen. Die Krise kennt aber nicht nur Verlierer: Discounter wie H&M und Zara schreiben fette Gewinne.

von
scc/sas

Wegen fehlendem Wachstum hat das Modelabel Chanel anfangs Jahr 200 Mitarbeitende entlassen. Nicht zum Besten steht es auch um Louis Vuitton. Die Franzosen mussten den Bau des luxuriösen Flagship-Stores in Tokyo auf unbestimmte Zeit verschieben. Noch schlimmer geht's Gianfranco Ferré: Das Label musste sogar Gläubigerschutz beantragen.

Prognosen übertroffen

Nun beweist aber H&M: Auch in der Krise lässt sich mit Kleidern, Schuhen und Accessoires viel Geld verdienen. Die Schweden schrieben im zweiten Quartal 2009 einen Umsatz von 16,2 Milliarden Kronen (2,23 Milliarden Franken) und einen Nettogewinn von 4,2 Milliarden Kronen (580 000 Franken) und haben damit die Prognosen der Analysten bei weitem übertroffen.

Besser auf Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet

Triumphieren darf neben H&M auch das Modehaus Zara, das zur spanischen Inditex-Gruppe gehört. Das Erfolgsrezept der Modediscounter: Von Design über Produktion bis hin zum Verkauf machen die Modediscounter alles in eigener Regie. An guten Lagen in Städten werden schliesslich günstige, ständig wechselnde Kollektionen geboten. «Die so genannten vertikalen Modeketten wachsen nicht nur schnell, sondern gleichmässig und das auch in schwierigen Jahren», sagte Christian Ziegfeld von der Beratungsfirma OC & C gegenüber «FTD.de». Im Vergleich mit anderen Modefirmen seien die Kollektionen dieser Handelsketten viel besser auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet.

Zara will in Asien wachsen

Der Umsatz des Zara-Mutterhauses Inditex betrug 2008 rund 10,4 Milliarden Euro. Damit liegt das spanische Bekleidungsunternehmen nach Gap weltweit an zweiter Stelle. Inditex verfolgt jedoch eine Wachstumsstrategie: Laut Prognosen der Citygroup sollen die Spanier ihren Umsatz bis 2013 auf 16,2 Milliarden Euro steigern. Dafür braucht es neue Läden: Zu den bestehenden 4369 sollen bis Ende Jahr weitere 450 hinzukommen. Wachsen soll Zara vor allem in China, Japan und Südkorea.

H&M: Produziert wird im günstigen Asien

Expandieren will auch H&M: Bis Ende 2009 soll die Anzahl der Verkaufsläden um 225 auf 1963 erweitert werden. Die Schweden wollen aber vermehrt in Westeuropa wachsen. H&M erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro. Dies ist zwar etwas weniger als Inditex, dennoch lag H&B mit einem Gewinn von 1,25 Milliarden Euro leicht vorne. Grund: Die Schweden lassen grösstenteils in asiatischen Billigländern produzieren, Inditex hingegen nur 30 Prozent.

Grosser Coup mit Jimmy Choo

Einen grossen Coup landete H&M anfangs Juni: Die Modekette gab eine Kooperation mit der britischen Edelmarke Jimmy Choo bekannt, welche durch die TV Serie «Sex and the City» Kultstatus erreichte und von Hollywoodstars wie Cate Blanchett und Halle Berry getragen wird. Ab dem 14. November 2009 ist die spezielle Kollektion in weltweit 200 H&M-Filialen erhältlich. Wer eines der edlen Teile ergattern will, sollte sich beeilen – in der Vergangenheit waren die Designer-Kollektionen der Schweden regelmässig innert Kürze ausverkauft.

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