75 Stellen gehen verloren – Modehaus Modissa schliesst Standorte in Zürich und Winterthur
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75 Stellen gehen verlorenModehaus Modissa schliesst Standorte in Zürich und Winterthur

Nur sieben Jahre nach der Komplettsanierung wird die Modissa-Filiale an der Bahnhofstrasse diesen Sommer permanent geschlossen. Das Modehaus will sich zukünftig vermehrt auf die vier BIG-Geschäfte konzentrieren.

von
Benedikt Hollenstein
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Die Modissa-Filiale an der Bahnhofstrasse wird im Sommer für immer ihre Türen schliessen.

Die Modissa-Filiale an der Bahnhofstrasse wird im Sommer für immer ihre Türen schliessen.

Tamedia/Sabina Bobst
Damit ist auch die Zukunft von 75 Mitarbeitenden ungewiss.

Damit ist auch die Zukunft von 75 Mitarbeitenden ungewiss.

Tamedia
Die Geschäftsleitung will nun einen Sozialplan zur Unterstützung des Personals ausbauen.

Die Geschäftsleitung will nun einen Sozialplan zur Unterstützung des Personals ausbauen.

Tamedia/Sabina Bobst

Darum gehts

  • Das Modehaus Modissa reduziert die Zahl seiner Filialen stark.

  • Insgesamt 75 Mitarbeitende verlieren ihre Stellen.

  • Zukünftig soll der Fokus vermehrt auf den BIG-Stores liegen.

Das Modehaus Modissa gehört zu den traditionsreichsten Schweizer Kleidergeschäften. Erst 2015 wurde die Komplettsanierung der Filiale an der Bahnhofstrasse abgeschlossen, die nun spätestens auf den 1. August 2022 geschlossen werden soll. Dies bestätigte der Kommunikationsbeauftragte des Modehauses gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Von der Umstrukturierung sind auch weitere Filialen betroffen: Das Geschäft in Winterthur soll ebenfalls komplett geschlossen werden, die Zentrale an der Grubenstrasse will das Familienunternehmen verkleinern. Mit den Schliessungen der Filialen verlieren auch 75 Mitarbeitende ihre Stelle. Modissa habe in den letzten Tagen intern über die Schliessungen informiert und will zur Unterstützung des Personals einen Sozialplan ausarbeiten.

Fokus auf BIG-Filialen

Die Schliessung der Filialen begründet Modissa mit einem Strategiewechsel. So will das Modehaus künftig den Fokus vermehrt auf die vier BIG-Geschäfte legen, die ebenfalls Teil des seit 1944 existierenden Familienunternehmens sind. Nach eigenen Angaben hätten sich diese mittlerweile gut auf dem Markt positioniert und würden über eine junge Kundschaft verfügen. In den letzten Jahren habe der Druck auf den Detailhandel mit vielen Veränderungen stark zugenommen, ausserdem habe die Pandemie wichtige Projekte und neue Initiativen verhindert und die wachsenden Verluste der Modissa-Filialen noch verstärkt.

Geschäftsführer geht

Nebst den 75 Angestellten, die von den Geschäftsschliessungen betroffen sind, wird sich auch Jean-Pierre Kuhn ab Herbst 2022 beruflich neu ausrichten. Der Geschäftsführer will noch keine Angaben zu seiner beruflichen Zukunft machen, verspricht aber, die nun begonnene Übergangsphase bis zu seinem Abgang eng zu begleiten. Sein Ziel sei es, für alle Mitarbeitenden glückliche Anschlusslösungen zu finden. Ab Februar 2022 wird Marc Huber als Geschäftsführer des Modehauses, übernehmen.

Zukunft der Filiale noch unklar

Noch steht nicht fest, von wem das markante Gebäude mit seiner gerundeten Fassade an der Bahnhofstrasse zukünftig genutzt wird. Es wurde 1975 fertiggestellt und steht seit 2014 unter Denkmalschutz. Seit der Sanierung befindet sich im sechsten Stock des Gebäude das Rooftop-Restaurant des Gastronomen Michel Péclard. Die Geschäftsleitung von Modissa erwägt auch die Option, einzelne Etagen zu vermieten. Das Unternehmen machte keine Angaben zur Höhe der Miete.

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