Pilot 200 Meter entfernt : Arbeiter (23) durch Modellflugzeug schwerst im Gesicht verletzt
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Pilot 200 Meter entfernt Arbeiter (23) durch Modellflugzeug schwerst im Gesicht verletzt

Bei einem Unfall mit einem Modellflugzeug ist am frühen Mittwochabend in Ottenbach ein Mann schwer verletzt worden.

von
Sven Forster
Daniel Krähenbühl
Reto Heimann
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In Ottenbach kam es am Mittwoch zu einem schweren Unfall.

In Ottenbach kam es am Mittwoch zu einem schweren Unfall.

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Ein Modellflieger traf am Montag einen Arbeiter.

Ein Modellflieger traf am Montag einen Arbeiter.

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Dieser erlitt schwere Gesichtsverletzungen.

Dieser erlitt schwere Gesichtsverletzungen.

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Darum gehts

  • Ein Arbeiter wurde von einem Modellflugzeug schwer im Gesicht verletzt.
  • Der Pilot war gut 200 Meter entfernt.
  • Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Am Mittwoch kurz nach 17 Uhr war ein 48-Jähriger in der Umgebung des Modellflugplatzes in Ottenbach mit seinem Elektro-Propellerflugzeug am Fliegen. Wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt, kollidierte das Flugzeug aus zurzeit nicht bekannten Gründen mit einem 23-jährigen Mann, welcher in knapp zweihundert Meter Entfernung vom Piloten, auf dem Dach eines Zirkuswagens arbeitete.

Beim Zusammenstoss erlitt der Arbeiter schwerste Gesichtsverletzungen. Er wurde nach der Erstversorgung durch ein Ambulanzteam mit einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen. Die Kantonspolizei Zürich hat Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.

Auf Facebook wurden Bilder vom Unglücksort gepostet. Diese zeigen eine grosse Blutlache auf dem Dach eines sogenannten Tiny House. Ein Augenzeuge des Unglücks, Bernd Weichert, schreibt auf Instagram, das der 23-Jährige gerade dabei war ein Wellblech auf dem Dach zu montieren, als er ohne Vorwarnung von einem Modellflugzeug mitten ins Gesicht getroffen wurde. Der Zeuge weiter: «Ich konnte ihn gerade noch schnell von dem Dach holen bevor er gemerkt hat, was los war. Das ganze Gesicht ist zerschnitten.»

«Ich habe nur noch funktioniert»

Vor Ort war auch Gina Wyser, Präsidentin des Jugendvereins «7-up». Zusammen mit Bernd Weichert und dem Verunfallten war sie mit den Arbeiten am Zirkuswagen beschäftigt, der zu einem Jugendtreff umgebaut werden soll. Das Erlebte bezeichnet sie als «schlimm und schrecklich»: «Im ersten Moment habe ich nur noch funktioniert», so Wyser. Sie habe nach dem Verunfallten, der ebenfalls ein Vereinsmitglied war, gerufen. «Dann habe ich geholfen, ihn vom Dach zu bergen, habe die Leiter gesichert.» Am Boden habe sie schliesslich Erste Hilfe geleistet.

Flüge über bewohntes Gebiet verboten

Zwischen 70 und 80 Mitglieder hat die Modellfluggruppe Affoltern am Albis, sagt Flugplatzchef Sebastian Grässli. Bis zu vier Personen könnten sich gleichzeitig auf dem Platz aufhalten und fliegen. «Wir fliegen alle auf Sicht.» Die optimale Flugdistanz sei je nach Modell des Flugzeugs unterschiedlich. 200 Meter Abstand von Pilot und Flugzeug liege jedoch im «normalen Distanzrahmen».

Grässli: «Flüge über bewohntes Gebiet sind aber gemäss Vereinsreglement verboten – beim Flugplatz aber auch fast nicht möglich, da rundherum überall Felder oder Wälder sind.» Wieso das Flugzeug mit dem Mann kollidierte, sei schwierig zu sagen, so Grässli. Die Unfallursache werde von der Polizei jetzt aber abgeklärt.

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