Vor über 16 Jahren verschwunden: Modelträume und über eine halbe Mio. Insta-Follower – so tickt die «polnische Maddie»

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Vor über 16 Jahren verschwundenModelträume und über eine halbe Mio. Insta-Follower – so tickt die «polnische Maddie»

Eine Polin glaubt, das vor 16 Jahren in Portugal verschwundene Mädchen Maddie McCann zu sein. Nun spricht ein Bekannter der jungen Frau. 

von
Thomas Obrecht
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Diese junge Frau behauptet, die vor 16 Jahren verschwundene Madeleine McCann zu sein. 

Diese junge Frau behauptet, die vor 16 Jahren verschwundene Madeleine McCann zu sein. 

Screenshot Instagram/iammadeleinemccann
Eine junge Polin hat auf Instagram Fotos gepostet, die beweisen sollen, dass sie das vor 16 Jahren in Portugal verschwundene Mädchen Maddie McCann ist. 

Eine junge Polin hat auf Instagram Fotos gepostet, die beweisen sollen, dass sie das vor 16 Jahren in Portugal verschwundene Mädchen Maddie McCann ist. 

Screenshot Instagram/iammadeleinemccann
Der Account von Julia hat mittlerweile mehr als eine halbe Million Followerinnen und Follower.

Der Account von Julia hat mittlerweile mehr als eine halbe Million Followerinnen und Follower.

Screenshot Instagram/iammadeleinemccann

Darum gehts

  • Eine junge Polin hat auf Instagram Fotos gepostet, die beweisen sollen, dass sie das vor 16 Jahren in Portugal verschwundene Mädchen Maddie McCann ist. 

  • 20 Minuten konnte mit einem Bekannten der jungen Frau sprechen. 

Eine junge Frau aus Polen behauptet auf Instagram, sie sei das vor 16 Jahren in Portugal verschwundene Mädchen Maddie McCann. In einzelnen Posts versucht Julia Faustyna zu beweisen, dass es sich bei Maddie und ihr um ein und dieselbe Person handelt. Der Account iammadeleinemcann hat mittlerweile mehr als eine halbe Million Followerinnen und Follower.

Dort schreibt sie unter anderem, dass ihre Familie nie über ihre Vergangenheit gesprochen habe. Sie selbst möge sich an eine schwere Kindheit und sexuellen Missbrauch durch einen ihr fremden Mann erinnern. Die Übergriffe hätten sie traumatisiert. Sie leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen und sei deswegen in Therapie. Auch Erinnerungen an Ferien «an einem warmen Ort» habe sie, wie sie weiter schreibt. Genaue Details wisse sie aber nicht.

Einer, der Julia kennt, ist Dominik Wachta: «Sie wollte als Model durchstarten und hat mich vor drei Jahren kontaktiert, weil sie für meine Agentur arbeiten wollte», sagt der Leiter der österreichischen Modelagentur «1st Place Models» gegenüber 20 Minuten.

Sie habe damals sehr nett und umgänglich gewirkt und hübsch ausgesehen. Für einen Modelvertrag habe es aber nicht gereicht. Trotzdem seien die beiden über Facebook in Kontakt geblieben. Dass sie Maddie sein könnte, habe sie ihm gegenüber nie erwähnt: «Die Meldung von letzter Woche, dass sie sich für Madeleine McCann hält, hat mich schockiert», sagt Wachta.

Familie von Julia soll sich von ihr abgewandt haben

Ihr Freund soll sie in der Zwischenzeit verlassen haben. Auch ihre Familie habe sich von ihr abgewandt, wie Julia auf Instagram schreibt: «Meine Grossmutter hat mich angerufen und gesagt, dass ich eine schlechte Person bin und dass sie mich nie mehr sehen will.» Zudem postete sie eine Nachricht, die ihre Mutter ihr geschickt haben soll. Darin heisst es: «Du bist krank, Julia. Niemand von uns wird ans Telefon gehen, wenn du anrufst. Du hast uns tief beschämt.»

Die Familie McCann hat öffentlich noch nicht auf die Behauptungen der Polin reagiert. Auf Instagram schreibt Julia, die Eltern von Maddie hätten derweil einem DNA-Test zugestimmt.

In Deutschland sind die Behörden davon überzeugt, dass das Mädchen von dem heute 46-jährigen pädophilen Intensivtäter Christian Brückner in Portugal getötet wurde. Der Mann wurde letztes Jahr unter anderem wegen mehrerer Sexualstraftaten, die er zwischen dem 28. Dezember 2000 und dem 11. Juni 2017 in Portugal begangen haben soll, von der Staatsanwaltschaft Braunschweig angeklagt.  

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.

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