11.06.2015 16:04

«Kleine Hure, schliess' die Beine»Modemarke empört mit sexistischen T-Shirts

Sprüche über Schlampen und Mädchen in eindeutigen Posen: Mit seinen provozierenden T-Shirts sorgt das französische Modelabel Boom Bap vor allem bei Frauen für Unmut.

von
mlr
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In Anlehnung an einen bekannten Kinderreim hat das französische Mode-Label Boom Bap ein Shirt mit dem Spruch bedruckt: «Twinkle, twinkle little whore, close your legs they're not a door» (Zwinker, zwinker, kleine Hure, schliess' deine Beine, sie sind keine Tür»)

In Anlehnung an einen bekannten Kinderreim hat das französische Mode-Label Boom Bap ein Shirt mit dem Spruch bedruckt: «Twinkle, twinkle little whore, close your legs they're not a door» (Zwinker, zwinker, kleine Hure, schliess' deine Beine, sie sind keine Tür»)

Screenshot Boombapwear.eu
Auch andere Shirt-Motive der Marke können durchaus als chauvinistisch bezeichnet werden. «Gute Mädchen sitzen, böse Schlampen reiten», ist auf diesem T-Shirt zu lesen.

Auch andere Shirt-Motive der Marke können durchaus als chauvinistisch bezeichnet werden. «Gute Mädchen sitzen, böse Schlampen reiten», ist auf diesem T-Shirt zu lesen.

Screenshot Boombapwear.eu
Junge Frau in eindeutiger Pose. Zum Glück gibt es nur Champagner.

Junge Frau in eindeutiger Pose. Zum Glück gibt es nur Champagner.

Screenshot Boombapwear.eu

Derbe T-Shirt-Sprüche reissen eigentlich niemanden mehr vom Hocker. Die Erkenntnis, dass Bier super Bäuche macht oder Vegetarier doof sind, prangt auf vielen breiten Männer-Oberkörpern. An Sexismus kaum zu toppen sind aber die Shirts der französischen Streetwear-Marke Boom Bap.

Die selbsternannte «French Kick Ass Brand» verkauft Kleidungsstücke, auf denen poetische Kleinode zu lesen sind: «Twinkle, twinkle little whore, close your legs, they're not a door» (Zwinker, zwinker kleine Hure, schliess' deine Beine, sie sind keine Tür). Auch Sprüche wie «Abrakadabra – nein, du bist immer noch eine Schlampe» oder «Gute Mädchen sitzen, böse Schlampen reiten» sollen die Herzen der männlichen Kunden höherschlagen lassen.

Facebook-Kampagne gegen T-Shirt

Aufmerksam auf diese Kleidungsstücke aus der chauvinistischen Vorhölle wurde Pinkstinks, eine Kampagne gegen Produkte, «die Frauen eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen». Der Verein postete auf Facebook, dass der deutsche Filialhändler Sinn Leffers die T-Shirts mit dem «Twinkle, twinkle»-Spruch im Sortiment habe, und löste damit einen Entrüstungssturm in deutschen Onlinemedien aus. Die T-Shirts sind aber auch anderswo erhältlich, etwa im Onlineshop der Marke, der auch in die Schweiz liefert.

Auf Facebook zeigten sich vor allem Frauen entsetzt, nur wenige Männer waren empört. «Mann könnte die Genossen zum Mond schicken», postete ein Nutzer, andere jedoch erkundigten sich nach der Bestelladresse. Weiblicher Zorn schlug sich Bahn in Kommentaren wie diesen: «Close my legs? Cut your dick, asshole!»

Sinn Leffers hat inzwischen reagiert und die T-Shirts aus dem Sortiment genommen. Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel sagte gegenüber «Spiegel online», der Slogan sei in den Augen vieler Menschen geschmacklos. Er entschuldige sich bei jenen, die sich durch das T-Shirt beleidigt fühlen.

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