Coronavirus - Moderna-Chef gibt Lonza die Schuld an den verspäteten Impfstofflieferungen

Aktualisiert

CoronavirusModerna-Chef gibt Lonza die Schuld an den verspäteten Impfstofflieferungen

Stéphane Bancel sagt, dass der Basler Auftragsfertiger Lonza für die verspätete Lieferung des Corona-Impfstoffs verantwortlich sei. «Der Flaschenhals liegt bei den Arbeitskräften», erklärt der Chef von Moderna.

von
Marcel Urech
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Laut Moderna-Chef Stéphane Bancel ist Lonza schuld an der verspäteten Lieferung des Moderna-Impfstoffs gegen das Coronavirus.

Laut Moderna-Chef Stéphane Bancel ist Lonza schuld an der verspäteten Lieferung des Moderna-Impfstoffs gegen das Coronavirus.

20min/Matthias Spicher
Die Basler Firma habe es nicht geschafft, frühzeitig neue Leute einzustellen, sagt Bancel.

Die Basler Firma habe es nicht geschafft, frühzeitig neue Leute einzustellen, sagt Bancel.

20min/Matthias Spicher
Ein Lonza-Sprecher liess verlauten, dass das Unternehmen «alles in seiner Macht stehende tut, um den Verpflichtungen nachzukommen».

Ein Lonza-Sprecher liess verlauten, dass das Unternehmen «alles in seiner Macht stehende tut, um den Verpflichtungen nachzukommen».

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Für Moderna-Chef Stéphane Bancel ist Lonza schuld an den verspäteten Impfstofflieferungen.

  • Lonza habe es nicht geschafft, frühzeitig genug Leute einzustellen.

  • Lonza liess verlauten, dass man alles in seiner Macht stehende tue, um die Verpflichtungen zu erfüllen.

Wer ist Schuld an den Lieferproblemen des Impfstoffherstellers Moderna? Für Moderna-Chef Stéphane Bancel ist der Fall klar: Der Auftragsfertiger Lonza. Die Basler Firma habe es nicht geschafft, frühzeitig neue Leute einzustellen. «Das ist der Grund, warum es in den letzten ein, zwei Wochen in einigen Ländern zu kleineren Verspätungen kam», sagte Bancel auf einer Medienkonferenz des internationalen Pharmaverbands IFPMA, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Ein Lonza-Sprecher hat bereits auf den Vorwurf reagiert und verlauten lassen, dass Lonza «alles in ihrer Macht stehende tut, um den Verpflichtungen nachzukommen».

Nach den Lieferverzögerungen von Biontech/Pfizer kommt es in der Schweiz auch beim Moderna-Vakzin zu Verspätungen. Dies bestätigt Nora Kronig vom Bundesamt für Gesundheit: Moderna werde im Mai rund 200’000 Impfdosen weniger liefern als geplant. Auch im April dürften statt der erwarteten 1,05 Millionen nur 850’000 Impfdosen geliefert werden, schreibt der «Tages-Anzeiger».

«Der Flaschenhals liegt derzeit bei den Arbeitskräften»

Laut Bancel will Lonza nun Mitarbeiter von anderen Produktionsbereichen im Werk in Visp abziehen. Lonza frage zudem andere Pharmafirmen um Hilfe an. «Der Flaschenhals liegt derzeit bei den Arbeitskräften», sagt Bancel. Lonza erklärte am 10. April gegenüber dem «Walliser Boten», in Visp 1200 neue Arbeitsplätze zu schaffen. 650 davon seien bereits rekrutiert, sagte der Visper Standortleiter Renzo Cicillini zur Zeitung.

Indes diskutieren Alain Berset und der Lonza-Verwaltungsratspräsident Albert Baehny über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Impfstoffherstellung. Berichte über ein Angebot der Lonza im vergangenen Jahr, eine eigene Produktionsstrasse für den Bund einzurichten, hatten zuvor wochenlang für Diskussionen gesorgt.

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