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Modeschöpfer schickt Flüchtlinge auf den Laufsteg

Eine gewagte Aktion oder total daneben? In Spanien steht ein Modedesigner in der Kritik, weil er einen Teil seiner Kollektion von acht Flüchtlingen vorführen liess.

Mit dem Einsatz einer Gruppe senegalesischer Bootsflüchtlinge bei einem Defilee in Barcelona hat der spanische Modeschöpfer Antonio Miró (59) für Wirbel gesorgt.

Als Kulisse auf der Modewoche in Barcelona nutzte Miró ein echtes gestrandetes Flüchtlingsboot und einige Holzkisten, wie die Presse am Freitag berichtete. Er habe mit der Inszenierung seine Solidarität mit den Einwanderern bekunden wollen, sagte der Modedesigner.

Von dem Verband senegalesischer Immigranten erntete Miró jedoch Kritik. Es sei frivol, das Schicksal dieser Menschen zu Werbezwecken zu missbrauchen.

Die Hilfsorganisation SOS Rassismus, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzt, lobte dagegen Mirós Idee. Solange guter Geschmack vorherrsche, sei die Mode ein Ausdrucksmittel wie Film oder Malerei. «Es ist gut, dass nicht nur wir auf das Schicksal der Einwanderer aufmerksam machen», sagte ein Sprecher.

Miró ist für ungewöhnliche Aktionen bekannt: Im Vorjahr verlegte er seine Präsentation in ein Gefängnis und liess auch Strafgefangene defilieren.

Im vergangenen Jahr erreichten rund 31 000 Afrikaner an Bord von kleinen Booten illegal die Kanarischen Inseln. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen kamen mehr als 1000 der Immigranten bei den gefährlichen Überfahrten ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher sein. (sda)

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