Samira (19) sitzt in Kabul fest - «Ich möchte hier nicht sterben»
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Samira (19) sitzt in Kabul fest«Ich möchte hier nicht sterben»

Eine junge Deutsche sitzt in Kabul fest und berichtet dem Magazin «Der Spiegel» von ihren Erlebnissen. Die deutschen Behörden scheinen überfordert.

von
Patrick McEvily
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Eine junge Deutsche ist auf Familienbesuch in Afghanistan und sitzt seither fest: Auch viele Afghaninnen und Afghanen warten auf ihre Ausreise. (im Bild)

Eine junge Deutsche ist auf Familienbesuch in Afghanistan und sitzt seither fest: Auch viele Afghaninnen und Afghanen warten auf ihre Ausreise. (im Bild)

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Gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» erklärt sie, dass sie und ihre Familie versucht hätten, an den internationalen Flughafen zu gelangen – allerdings ohne Glück.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» erklärt sie, dass sie und ihre Familie versucht hätten, an den internationalen Flughafen zu gelangen – allerdings ohne Glück.

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Die deutschen Behörden könnten ihren Staatsbürgern und -bürgerinnen eine sichere Anreise zum Flughafen nicht garantieren, habe man ihr mitgeteilt. (Im Bild: Aussenminister Heiko Maas)

Die deutschen Behörden könnten ihren Staatsbürgern und -bürgerinnen eine sichere Anreise zum Flughafen nicht garantieren, habe man ihr mitgeteilt. (Im Bild: Aussenminister Heiko Maas)

AFP

Darum gehts

  • Eine 19-jährige Deutsche berichtet im Nachrichtenmagazin «Spiegel» vor Ort aus Kabul.

  • Zurzeit sei es nicht möglich, zum internationalen Flughafen zu gelangen. Die Taliban versperrten den Weg dorthin.

  • Der deutsche Staat kann ihr und ihrer Familie eine sichere Heimreise offenbar nicht garantieren.

Der «Spiegel» hat mit einer jungen Deutschen gesprochen, die zusammen mit ihrer Mutter und dem zwölfjährigen Bruder in Kabul festsitzt. Die 19-jährige Samira (so nennt sie das Nachrichtenmagazin) weilt seit einigen Wochen auf Familienbesuch in der afghanischen Hauptstadt. Bereits einmal hätte die Familie versucht, den Flughafen zu erreichen – allerdings ohne Erfolg. Wie es mit ihnen weitergeht, ist unklar.

«Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist»

Die junge Frau macht sich im Beitrag grosse Sorgen. «Ich möchte hier nicht sterben», schreibt sie. Am Montagmorgen hätten sie und ihre Familie sich auf den Weg zum Kabuler Flughafen gemacht. Dort hätte grosses Chaos geherrscht und Taliban-Kämpfer hätten vor den Toren des Flughafens patrouilliert. «Sie haben in die Luft gefeuert. Wir sollten verschwinden, ansonsten würden sie schiessen», schreibt sie. Die junge Deutsche ist offenbar zutiefst verunsichert: «Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist.»

Die deutschen Behörden bekunden offenbar grosse Schwierigkeiten, ihre Staatsangehörigen ausser Land zu bringen. Am Dienstagmorgen war bekannt geworden, dass die deutsche Bundeswehr bei einem Rettungseinsatz nur sieben Personen ausfliegen konnte. Gegenüber der jungen Frau hatten Beamte angegeben, dass sie niemanden bei der Anreise zum Flughafen unterstützen könnten.

Es sei jedem selbst überlassen, das Risiko einer Anreise einzuschätzen. Und noch ein weiteres Problem hat die Familie: Die Mutter ist keine deutsche Staatsbürgerin. Auf ihre Anfrage, ob der Mutter eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt würde, hat Samira keine Antwort erhalten. Ursprünglich sei ihr Rückflug für den 31. August geplant gewesen.

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