Aktualisiert 11.06.2018 07:08

Basel

«Möglich, dass ein Jesus-Fanatiker die Bilder stahl»

Neben dem Plakat-Diebstahl an der katholischen Kirche Basel wurden auch einem Fotografen «Gott»-Bilder gestohlen. Ist ein (anti)religiöser Eiferer am Werk?

von
sis
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Ende Mai verschwanden zwei Bilder mit der Aufschrift «Jesus lebt» und «Jesus in St. Pauli» aus der Stellwerk Galerie Basel. Nur zehn Tage später entwendeten und beschädigten unbekannte Täter dann Plakate der römisch-katholischen Kirche in Basel.

Ende Mai verschwanden zwei Bilder mit der Aufschrift «Jesus lebt» und «Jesus in St. Pauli» aus der Stellwerk Galerie Basel. Nur zehn Tage später entwendeten und beschädigten unbekannte Täter dann Plakate der römisch-katholischen Kirche in Basel.

Lutz P. Kayser
«Es ist schon ein bisschen auffällig, dass innerhalb von nicht mal zwei Wochen zweimal religiöse Bilder und Plakate gestohlen werden», sagt Lutz P. Kayser von der Ausstellung «Tot oder lebendig Symbole, Natur, Abstraktes».

«Es ist schon ein bisschen auffällig, dass innerhalb von nicht mal zwei Wochen zweimal religiöse Bilder und Plakate gestohlen werden», sagt Lutz P. Kayser von der Ausstellung «Tot oder lebendig Symbole, Natur, Abstraktes».

Lutz P. Kayser
Dass ein religiöses Motiv dahintersteckt, liegt laut Lutz nahe, da aus der Ausstellung lediglich die beiden Jesus-Bilder gestohlen wurden. Das sei aber nur Spekulation.

Dass ein religiöses Motiv dahintersteckt, liegt laut Lutz nahe, da aus der Ausstellung lediglich die beiden Jesus-Bilder gestohlen wurden. Das sei aber nur Spekulation.

Lutz P. Kayser

Ende Mai verschwanden zwei Bilder mit der Aufschrift «Jesus lebt» und «Jesus in St. Pauli» aus der Galerie Stellwerk Basel. Nur zehn Tage später entwendeten und beschädigten unbekannte Täter dann Plakate der römisch-katholischen Kirche in Basel.

«Es ist schon ein bisschen auffällig, dass innerhalb von nicht mal zwei Wochen zwei Mal religiöse Bilder und Plakate gestohlen werden», sagt Fotograf Lutz P. Kayser, aus dessen Ausstellung «Tot oder lebendig Symbole, Natur, Abstraktes» die Bilder verschwanden. Es könne natürlich aber auch Zufall sein, mutmasst er.

Am Freitag, dem 25. Mai stellte er den Diebstahl fest. «Das gibt es ja gar nicht, da war doch etwas», dachte er, als er die fehlenden Bilder bemerkte. Er fragte sich zunächst, ob sich wohl jemand einen Spass erlaubt habe. Aber schnell wurde ihm klar, dass es Diebe gewesen sein müssen.

Religiöses Motiv?

Weil der Schaden nicht so wahnsinnig hoch und die Hoffnung, die Bilder wiederzufinden gering war, verzichtete Kayser wie die katholische Kirche auch auf eine Anzeige bei der Polizei. «Ich finde es aber ziemlich dreist, einfach in die Galerie zu spazieren, die Bilder abzuhängen und mitzunehmen», sagt er verärgert. Das Gebäude sei ein halb öffentlicher Raum und den ganzen Tag ohne Aufsicht frei zugänglich.

«Möglich ist, dass ein Jesus-Fanatiker die Bilder mitgenommen hat – oder aber das genaue Gegenteil», rätselt er. Ihm sei klar, dass dies alles reine Spekulation beziehungsweise Kaffeesatzleserei sei. Es liege jedoch nahe, dass ein religiöses Motiv dahintersteckt, da aus der Ausstellung lediglich die beiden Jesus-Bilder gestohlen wurden.

Bilder stammen aus Hamburger Kultviertel St. Pauli

Kayser hatte die Jesus-Bilder von einer Einrichtung der Heilsarmee im Hamburger Kultviertel St. Pauli nahe der Reeperbahn geschossen: «Ich fand es so besonders, dass die christliche Heilsarmee auch mit Leuchtreklamen wirbt, welche man dort sonst nur bei Bars oder Kneipen sieht», erklärt er.

Daher nahm er die Bilder der Jesus-Leuchtreklamen in seine Ausstellung mit dem Schwerpunkt Symbolfotografie auf. Diese endete am 1. Juni.

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