Radioaktive Abfälle: Mögliche Standorte für Atomlager bestätigt
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Radioaktive AbfälleMögliche Standorte für Atomlager bestätigt

2008 hat die Nagra sechs Standorte für die atomaren Endlager zur Debatte gestellt. Jetzt wurden alle vom Eidgenössischen Nuklearsicherheits-Inspektorat (ENSI) bestätigt. Bis definitiv entschieden ist, wo der Abfall zu liegen kommt, werden aber noch Jahre vergehen.

Alle sechs möglichen Standorte für den Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle bleiben im Rennen: Das ENSI hat die von der Nagra im Jahr 2008 getroffene Auswahl bestätigt und als «fachlich fundiert» eingestuft. Bei den zur Debatte stehenden Gebieten handelt es sich um den Südranden bei Schaffhausen, das Zürcher Weinland, die nördlichen Lägeren in der Nähe von Baden sowie die Regionen Bözberg, Jura-Südfuss und den Wellenberg bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden (siehe Infografik).

In allen diesen Fällen habe die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) eine umfassende und auch nachvollziehbare Analyse der geologischen Grundlagen vorgenommen, hiess es am Freitag an einer Pressekonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) in Bern. Das ENSI stimme deshalb aufgrund seiner Überprüfung aus Sicht der Sicherheit und der bautechnischen Machbarkeit den von der Nagra vorgeschlagenen Standortgebieten zu.

Langwieriger Prozess

Bis ein definitiver Entscheid fällt und ein Gesuch für eine Rahmenbewilligung eingereicht wird, dürften jedoch noch rund zehn Jahre vergehen. Das Gutachten der ENSI wird nun zunächst einmal der Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) vorgelegt, die ihrerseits das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in Grundsatzfragen der nuklearen Sicherheit berät.

Danach - voraussichtlich im Jahr 2011 - erstellt das BFE einen Ergebnisbericht, der wiederum in eine dreimonatige Anhörung bei Kantonen, Nachbarstaaten, Parteien und Organisationen geschickt wird. Erst dann wird der Bundesrat entscheiden, welche der sechs Standortgebiete im Auswahlverfahren verbleiben und in weiteren Etappen weiter untersucht werden.

Das Ziel bestehe darin, pro Abfallkategorie mindestens zwei Standorte zur Verfügung zu halten, hiess es. Frühestens im Jahr 2019 dürfte dann die Nagra bei den zuständigen Behörden die notwendigen Rahmenbewilligungsgesuche einreichen. (dapd)

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