Fall Kardelen: Mörder von Achtjähriger verurteilt
Aktualisiert

Fall KardelenMörder von Achtjähriger verurteilt

Für den Mord an der achtjährigen Kardelen aus Paderborn (D) ist der 29-jährige Ali Kur von einem türkischen Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Kur beteuerte bis zuletzt seine Unschuld und warf erneut seinem Schwiegervater vor, Kardelen ermordet zu haben.

Zusätzlich verhängte das Schwurgericht in der Stadt Söke am Donnerstag wegen Kindesmissbrauchs und Freiheitsberaubung insgesamt 18 Jahre Gefängnis, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Die Eltern des Mädchens begrüssten das Urteil: «Wir beten jeden Tag. Wir haben Vertrauen in die türkische Justiz», erklärten sie. Kur dagegen beschuldigte seinen Schwiegervater und fügte hinzu: «Ich bedauere, ihm geholfen zu haben.» Sein Anwalt beklagte, dass das Verbrechen nicht vollständig aufgeklärt sei.

Schon im Prozess erklärte Kur, sein Schwiegervater habe die Achtjährige umgebracht. Dieser habe gedroht, ihn von seiner Frau zu trennen, wenn er ihm nicht helfe, und einen Koffer gebracht, um die Leiche wegzubringen. Seine DNA-Spuren seien nur deswegen an Kardelens Körper gefunden worden, weil er geholfen habe, das tote Mädchen vom Wohnzimmer ins Badezimmer zu tragen.

Angeklagter nach Flucht im Februar festgenommen

Der 29-Jährige wurde nach seiner Flucht aus Deutschland am 10. Februar in der Stadt Didim festgenommen. Der Prozess fand in der Türkei statt, da die Türkei ihre Staatsbürger grundsätzlich nicht an andere Länder ausliefert.

Kardelen verschwand am 12. Januar in Paderborn, als sie in einem Nachbarhaus eine Freundin besuchen wollte. Dort wohnte auch Kur mit seiner Frau. Am 14. Januar wurden am 60 Kilometer entfernten Möhnesee im Kreis Soest Kleidungsstücke der Achtjährigen entdeckt, einen Tag später fanden Polizisten in einer Tannenschonung die nackte Leiche des Kindes.

In der Nähe der Körpers fand man die Visitenkarte eines Juweliers aus der Türkei. Diese führte die Ermittler zu dem Tatverdächtigen. Dessen DNA stimmt laut Polizei mit Spuren des Verbrechens überein. Am 3. Februar erging ein internationaler Haftbefehl gegen ihn. (dapd)

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