Aktualisiert 14.12.2012 09:48

«Haustiere»Mörgeli beleidigt Lesben und Schwule

Christoph Mörgeli brüskiert Homosexuelle: Der Zürcher Nationalrat stellt sie auf Twitter auf eine Stufe mit Haustieren. Die Reaktionen waren heftig.

von
daw/hal
Christoph Mörgeli setzt sich mit einem Tweet in die Nesseln.

Christoph Mörgeli setzt sich mit einem Tweet in die Nesseln.

Christoph Mörgeli sorgt für rote Köpfe: Im Zuge der Abstimmung im Nationalrat, ob das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare kommen soll (siehe Box), setzte der SVP-Nationalrat auf Twitter den folgenden Kommentar ab: «Wann verlangen die Linken auch das Adoptionsrecht für Haustiere?» Umgehend hagelte es heftige Reaktionen: Der Vergleich sei «unter aller Sau» und «menschenverachtend», hiess es in Antworten auf Mörgelis Tweet.

Auch für Homosexuelle ist klar: Mörgeli stellt sie damit auf eine Ebene mit Hund und Katze. Entsprechend tief ist die Betroffenheit. «Ich bin entsetzt, wie weit Mörgeli geht. So etwas müssen wir uns nicht bieten lassen», sagt etwa Oliver Fritz von Network, einer Organisation schwuler Führungskräfte. Man erwarte, dass sich der SVP-Nationalrat Mörgeli bei den betroffenen Eltern entschuldigt. Pink-Cross-Geschäftsführerin Alicia Parel verurteilte die Aussage als «unklug und diskriminierend».

Der Tweet gab auch in Bern zu reden. Der homosexuelle SP-Ständerat Claude Janiak sagte: «Ich bin schockiert. Aber bei Mörgeli überrascht mich nichts mehr.» Selbst SVP-Nationalrat Oskar Freysinger reagierte mit Unverständnis: «Das ist unangebracht. Ich werde Mörgeli umgehend darauf ansprechen.»

Mörgeli will Rektor werden:Zwei Fragen an ihn

Christoph Mörgeli war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch SVP-Generalsekretär Martin Baltisser gab keinen Kommentar ab.

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