«Mörgeli schaffte es noch nie übers Amöbenniveau hinaus»
Aktualisiert

«Mörgeli schaffte es noch nie übers Amöbenniveau hinaus»

Der deutsche Komiker Michael Mittermeier macht wieder die Schweiz unsicher: Diesen Sonntag rät er bei der SF-Sendung «Ge-nial daneben» mit, und Anfang November tritt er in Zürich auf.

Seit zehn Jahren stehst du auf der Bühne. Kannst du dir überhaupt ein Leben abseits vom Rampenlicht vorstellen?

Michael Mittermeier: Mhm, ohne Bühne dürfte es schwierig werden für mich. Ich zitiere da immer den US-Comedian Lenny Bruce, der sagte: Ich bin kein Komiker, ich bin Lenny Bruce. So ist es auch bei mir. Der Komiker ist vom Mittermeier nicht zu trennen.

Du bist in vielen Ländern aufgetreten. Gibt es Unterschiede im Humor der Menschen?

Mittermeier: Nein. Es gibt so etwas wie einen universellen Humor. Wenn man lustig ist, ist man lustig, Punkt. Aber klar, Insiderwitze sind je nach Land verschieden.

Welche Insider finden denn die Schweizer besonders lustig?

Mittermeier: Och, viele. Die Schweizer waren immer ein sehr offenes Publikum. Ich habe hier noch nie erlebt, dass ein Witz zu schräg rüberkam.

Du kiffst bekanntlich gerne. Hilft dir das bei der Gagsuche?

Mittermeier: Nö, wenn ich schreibe, rauche ich nie Gras. Cannabis ist für mich sowieso definitiv die Grenze. Alles in Pillen- und Pulverform ist Dreck, weil es die Birne zumacht. Aber Kiffen ist ja nicht schlimmer als Alkohol.

Das würde jetzt aber SVP-Mann Chris-toph Mörgeli erzürnen. Er nannte dich mal in der «Weltwoche» einen «Spas(s)tiker». Was sagst du dazu?

Mittermeier: Das ist halt die billige Polemik, die Herr Mörgeli immer verwendet. Er schaffte es noch nie über das Amöbenniveau hinaus. Wenn ich meinen Job auf der Bühne so schlecht machen würde, wie er politisiert, dann hätte ich keinen einzigen Zuschauer.

Stefanie Rigutto

Infos

Michael Mittermeier ist am 1. Oktober und 12. November in «Genial daneben» zu sehen, jeweils ab 22 Uhr auf SF1. Seine DVD «Paranoid» erscheint am 6. Oktober. Zudem gibt Mittermeier am 3. November eine Zusatzvorstellung im Zürcher Kongresshaus; Tickets sind ab heute erhältlich auf www.starticket.ch

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