10.07.2019 13:16

Multiresistente Keime

Möwen könnten Menschen gefährlich werden

Rund 20 Prozent der australischen Möwen sind mit gefährlichen Bakterien infiziert. Einige Keime seien bereits resistent gegenüber «wichtigen» Medikamenten.

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Silbermöwen in Australien tragen gefährliche Bakterien in sich.

Silbermöwen in Australien tragen gefährliche Bakterien in sich.

Joerg Sarbach
Die Keime könnten auch für den Menschen gefährlich werden.

Die Keime könnten auch für den Menschen gefährlich werden.

epa/Juan Carlos Cardenas
Dies zeigt eine Studie der Murdoch University in Perth.

Dies zeigt eine Studie der Murdoch University in Perth.

Wissenschaftler in Australien schlagen Alarm: Mit multiresistenten Keimen infizierte Seemöwen könnten die Bakterien möglicherweise auf Menschen übertragen und damit schwerwiegende Krankheiten auslösen.

Nach Angaben von Forschern der Murdoch University in Perth sind rund 20 Prozent der Silbermöwen in Australien mit multiresistenten Bakterien infiziert – Bakterien dieser Art können Krankheiten wie Harnwegsinfekte, Blutvergiftung oder Meningitis verursachen.

Nachbildung menschlicher Bakterien

Die in der Fachzeitschrift «Journal of Antimicrobial Chemotherapy» veröffentlichte Studie der Forscher basiert auf Proben von 550 Silbermöwen. «Wir hatten nicht erwartet, so hohe Werte an multiresistenten Kolibakterien zu finden», sagte der Wissenschaftler Mark O'Dea am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Bei den Bakterien, die die Wissenschaftler in den Möwen nachweisen konnten, handelt es sich demnach um Nachbildungen menschlicher Bakterien. «Die Möwen haben die Bakterien irgendwie von Menschen aufgenommen», erklärte O'Dea. Sein Forscherteam geht davon aus, dass sich die Möwen beim Kontakt mit menschlichen Fäkalien mit den Keimen infiziert haben, etwa im Abwasser oder an entsorgten Babywindeln.

Infektion auf Mensch nicht auszuschliessen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt seit langem vor den Folgen sogenannter Superbazillen für die moderne Medizin. Diese Bakterien sind resistent gegen Antibiotika.

Die Gefahr, dass Seemöwen Infektionen auf Menschen übertragen könnten, ist O'Dea zufolge «ziemlich gering», aber nicht auszuschliessen. Einige der Bakterien, die bei den Möwen nachgewiesen wurden, seien bereits resistent gegenüber «durchaus wichtigen» Medikamenten, betonte er. (sda)

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