Aktualisiert 31.03.2007 22:03

Mogadischus Einwohner fliehen vor Artilleriebeschuss

Somalische Regierungstruppen und ihre äthiopischen Verbündeten haben am Samstag ihre Offensive gegen Aufständische in Mogadischu fortgesetzt.

Die Hauptstadt lag den dritten Tag in Folge unter schwerem Artillerie- und Mörserbeschuss. Viele Einwohner versuchten weiterhin, vor den schwersten Kämpfen seit Anfang der 90er Jahre zu fliehen. Die somalische Regierung machte das Terrornetzwerk Al Kaida für die Eskalation verantwortlich: Es habe ausländische Kämpfer nach Mogadischu entsandt. Auf deren Konto gehe auch der Abschuss eines äthiopischen Kampfhubschraubers am Freitag.

Allein bis Freitag wurden bei den Kämpfen nach offiziellen Angaben mindestens 30 Menschen getötet. Die Rebellen, offenbar Anhänger der im Dezember gestürzten islamischen Miliz, beschossen die Regierungstruppen sowie äthiopische Soldaten aus ihren Stützpunkten inmitten von Wohnvierteln. Die Truppen erwiderten das Feuer mit schwerer Artillerie. Überall auf den Strassen lagen Leichen. Über der Stadt stiegen dichte Rauchwolken auf.

«Die Bevölkerung von Mogadischu ist in den schwersten Kämpfen seit mehr als 15 Jahren eingeschlossen», erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Seit Anfang Februar sind 58.000 Bewohner aus Mogadischu geflohen.

Die von den Vereinten Nationen unterstützte Übergangsregierung übernahm zum Jahreswechsel die Macht in der Hauptstadt, nachdem ihre Truppen mit Unterstützung Äthiopiens die islamische Miliz vertrieben hatten. Seitdem kommt es immer wieder zu Gefechten. Die von der Afrikanischen Union gestellte internationale Friedenstruppe war bislang nicht in der Lage, die Situation zu stabilisieren. (dapd)

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