Scheinanstellung: Mogeleien mit dem Mutterschaftsgeld

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ScheinanstellungMogeleien mit dem Mutterschaftsgeld

14 Wochen lang das Einkommen aufbessern? Bauern und Gewerbler wissen, wie man dem Staat ein Schnippchen schlägt, wenn der Nachwuchs vor der Tür steht. Möglich machts ein Trick mit dem Mutterschaftsgeld.

von
ast
Plötzliche Lohnerhöhungen und Anstellung kurz vor der Niederkunft: Weil es um bis zu 19 000 Franken geht, wird manch einer schwach.

Plötzliche Lohnerhöhungen und Anstellung kurz vor der Niederkunft: Weil es um bis zu 19 000 Franken geht, wird manch einer schwach.

Schwangere bekommen nach der Niederkunft bekanntlich 14 Wochen Mutterschaftsgeld. Der Trick ist, dass der Firmeninhaber die eigene Ehefrau vor der Geburt des Kindes anstellt - oder ihr den Lohn erhöht. So kommen während der 14 Wochen maximal 19 000 Franken zusammen. In Versuchung kommen könnten vor allem Bauern und Inhaber von Kleinst- und Familienbetrieben.

Und einige von ihnen sind laut einem Bericht des «Tages-Anzeigers» denn auch schwach geworden: «Vor allem bei den Bauern» habe sich der Trick herumgesprochen, sagt Robert Gygax, stellvertretender Direktor der Ausgleichskasse des Kantons Bern. Er schätzt, dass im Kanton Bern von insgesamt 3000 Entschädigungszahlungen 50 bis 60 missbräuchlich geleistet wurden.

Urplötzlich 3000 Franken mehr Lohn

Auch in Zürich ist das Problem laut dem Blatt bekannt. Der dort übliche Trick sei aber eher, der Ehepartnerin vor der Geburt plötzlich den Lohn zu erhöhen. Die Rede ist dabei von riesigen Lohnsprüngen von bis zu 3000 Franken. Der Kanton versucht die Tatsache zu entschärfen, indem das Mutterschaftsgeld nach dem Durchschnittsgehalt der letzten 12 Monate vor der Geburt berechnet wird.

Insgesamt wurden bislang vier Fälle vor Gericht gebracht - und bisher bekam jedes Mal der Kanton Recht. Die Mutterschaftsgelder werden aus der Erwerbsersatz-Kasse gezahlt. Erwartet wird, dass die Beiträge dafür im nächsten Jahr erhöht werden müssen.

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