Aktualisiert 30.05.2011 11:06

FIFA-PräsidiumMohamed Bin Hammam tritt nicht an

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl des Fussball-Weltverbands (FIFA) am Mittwoch hat sich der unter Korruptionsverdacht stehende Mohamed Bin Hammam aus dem Rennen zurückgezogen.

Mohamad Bin Hammam: Kann er Sepp Blatter stürzen?

Mohamad Bin Hammam: Kann er Sepp Blatter stürzen?

Der Präsident des asiatischen Fussballverbandes wollte am Mittwoch auf dem FIFA-Kongress gegen den Amtsinhaber Sepp Blatter antreten. Die Ethikkommission ermittelt wegen des Verdachts der Bestechung gegen den 62-jährigen Katarer.

Die jüngsten Ereignisse hätten ihn «verletzt und enttäuscht» zurückgelassen, schrieb Bin Hammam auf seiner Internetseite. Trotz des Verzichts auf seine Kandidatur werde er am Sonntag vor der Ethikkommission in Zürich erscheinen, «um meinen Namen von den haltlosen Anschuldigungen, die gegen mich gemacht wurden, reinzuwaschen». Wie Bin Hammam müssen auch Blatter und FIFA-Vizepräsident Jack Warner aussagen.

Ansehen der FIFA leidet

«Ich kann es nicht zulassen, dass das Ansehen der FIFA mehr und mehr in den Schmutz gezogen wird wegen des Wettbewerbs zwischen zwei Einzelpersonen. Das Spiel und die Menschen, die es lieben auf der ganzen Welt, müssen an erster Stelle kommen», begründete Bin Hammam seinen Rückzug im Wahlkampf, der zuletzt immer schmutziger geworden war.

Seinem Rivalen Blatter hatte er zuletzt vorgeworfen, von angeblichen Zahlungen an FIFA-Mitglieder aus der Karibik gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Dabei bezog sich Bin Hammam auf Anschuldigungen, die gegen ihn selbst gerichtet waren und die er weiter zurückweist. Der Katarer soll gemeinsam mit Jack Warner versucht haben, zur Erhöhung seiner Wahlchancen Stimmen der karibischen Funktionäre für die Präsidentenwahl zu kaufen. Bei dem Funktionär aus Trinidad und Tobago bedankte sich Bin Hammam in seiner Erklärung für die «unbegrenzte Unterstützung» und versprach, mit ihm «den ganzen Weg durch dick und dünn zu gehen».

Wie Blatter war auch Bin Hammam am Samstag nicht zum Champions-League-Endspiel zwischen dem FC Barcelona und Manchester United (3:1) nach London gereist. Zuletzt hatte der einzige Herausforderer des Schweizers «wachsende Beweise für eine Verschwörung» gegen ihn vermutet. Trotz der jüngsten Turbulenzen stellte Bin Hammam die positiven Seiten seiner Bewerbung heraus: «Ich glaube, dass meine Kandidatur ein Beschleuniger für eine Debatte innerhalb der FIFA war und Änderungen an die Spitze der Agenda gebracht hat.» (si)

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