Molterer beerbt Schüssel als ÖVP-Chef

Aktualisiert

Molterer beerbt Schüssel als ÖVP-Chef

Nach der Einigung auf eine Grosse Koalition in Österreich hat die ÖVP ihre Personalentscheidungen für die künftige Regierung bekannt gegeben.

Der bisherige Fraktionsvorsitzende Wilhelm Molterer wird demnach Vizekanzler und Finanzminister, Aussenministerin bleibt Ursula Plassnik. Der scheidende Kanzler Wolfgang Schüssel übergibt die Parteiführung an Molterer und wird selbst Fraktionsvorsitzender, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Das Innenministerium werde künftig von Günther Platter geleitet, erklärten Schüssel und Molterer nach einer Vorstandssitzung der ÖVP in Wien. Als Ziel gab Molterer die Rückeroberung des ersten Platzes aus: «Bei der nächsten Nationalratswahl muss und wird die ÖVP wieder Nummer eins sein.» Das am Montag mit den Sozialdemokraten (SPÖ) vereinbarte Regierungsprogramm wurde nach Angaben des scheidenden Regierungschefs einstimmig vom Parteivorstand beschlossen.

Auch der SPÖ-Vorstand stimmte am Dienstag dem Koalitionsabkommen mit der ÖVP zu. Wie APA unter Berufung auf Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos berichtete, sprachen sich 75 Prozent der Delegierten für das Übereinkommen aus. Neuer Bundeskanzler wird demnach der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer.

Der zuletzt als Favorit für das Amt des Vizekanzlers gehandelte bisherige Finanzminister Karl-Heinz Grasser kündigte am Dienstag seinen Rückzug aus der Politik an. Er habe entschieden, seine politische Arbeit zu beenden und in die Privatwirtschaft zurückzukehren, sagte der Minister am Dienstag in Wien. Grasser erklärte, er werde nun eine Auszeit nehmen und sich seiner Frau, den Kindern und den Hunden widmen. «Sieben Jahre sind genug», erklärte er. Er war zuletzt als Unabhängiger in Schüssels Kabinett. (dapd)

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