Formel 1: Monaco – Lebenselixier und Hassliebe
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Formel 1Monaco – Lebenselixier und Hassliebe

Die Formel 1 ist aus Monaco nicht wegzudenken. Für die Fans das Highlight, für die Fahrer eine willkommene Abwechslung und für den ganzen Zirkus ein Lebenselixier.

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Rapper Pharrell Williams, F1-Boss Bernie Ecclestone, Sängerin Jennifer Lopez und ihr damaliger Ehemann Marc Anthony schauen 2010 im Fürstentum vorbei.

Rapper Pharrell Williams, F1-Boss Bernie Ecclestone, Sängerin Jennifer Lopez und ihr damaliger Ehemann Marc Anthony schauen 2010 im Fürstentum vorbei.

Keystone/Luca Bruno
2003 ist Topmodel Naomi Campbell zu Besuch in der Boxengasse. Jüngling Fernando Alonso, er ist gerade einmal 22-jährig, lächelt verlegen.

2003 ist Topmodel Naomi Campbell zu Besuch in der Boxengasse. Jüngling Fernando Alonso, er ist gerade einmal 22-jährig, lächelt verlegen.

Keystone/Alvaro Rubio
Von einem solchen Ausblick träumt manch ein Fan: Der ehemalige Fussballstar Ronaldo scheint 2003 angetan.

Von einem solchen Ausblick träumt manch ein Fan: Der ehemalige Fussballstar Ronaldo scheint 2003 angetan.

Keystone/Christian Lutz

Wenn die Boliden ab Donnerstag wieder durch die engen Strassen von Monte Carlo donnern, bekommen nicht nur die Reichen und Schönen Gänsehaut. Für Fans und Fahrer ist der Abstecher an die Côte d'Azur eine willkommene Abwechslung, für den Formel-1-Zirkus eine Art Lebenselixier. «Hier liegt das Geld», sagte Frank Williams einst über das jährliche Stelldichein von Prominenz und Sponsoren.

Für die Fahrer stellt Monte Carlo einen Kick dar, den sie innerhalb der modernen und vernünftigen Formel 1 nirgendwo sonst mehr kriegen. Auf der einen Seite liebt der Tross den irren Stadtkurs im Fürstentum, auf der anderen verabscheuen die Teams die Strecke. Eine Hassliebe, deren Ausgang zu jeder Zeit ändern kann. Der kleinste Fehler – und womöglich ist das gesamte Wochenende im Eimer.

«Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer»

Scheinbar endlose Leitplanken, dazu die ständigen Bodenwellen, wechselnd nach innen und aussen hängende Kurven, enge Schikanen, Schachtdeckel, die kürzeste und langsamste Strecke zugleich, pro Runde 54 Gangwechsel oder im Schnitt alle zwei Sekunden einen. Oder wie es einst Nelson Piquet treffend beschrieb: «Rennfahren in Monaco ist wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer.»

Der besondere Kick, eine nirgendwo sonst existierende Mutprobe, stellt der berühmte Tunnel unter dem Fairmont Hotel dar, den die Fahrer mit Vollgas durchfahren und mit rund 300 km/h verlassen. Die darin verlaufende Rechtskurve im Dunkeln ist eine Art Blindflug, die weltberühmte Schikane kurz nach der Ausfahrt der krönende Abschluss der einzigen Vollgas-Passage des 3,4 km langen Stadtkurses. Die Links-rechts-Kombination zu Beginn der Schwimmbad-Passage, wo die Yachten scharenweise anlegen, wurde schon manch einem zum Verhängnis.

Seit 1994 Reifenstapel am Ende des Tunnels

Der letzte folgenschwere Unfall ereignete sich 1994. Karl Wendlinger kam seitlich aus dem Tunnel geschossen und prallte in die Absperrung. Der Österreicher zog sich schwere Kopfverletzungen zu und lag anschliessend wochenlang im Koma. Daraus hatte man gelernt: Die Stelle wurde mit Reifenstapeln gesichert, für das Cockpit wurde ein seitlicher Kopfschutz Vorschrift.

Eine spektakuläre Aufnahme existiert aus dem Jahr 2004, als Fernando Alonso bei einem Überholmanöver im Tunnel die Leitplanken touchierte und ebenfalls quer am Tageslicht zum Vorschein kam. Für Alexander Wurz (1998), Takuma Sato (2002) und Jenson Button (2003) endete das Rennen an gleicher Stelle. Sie waren bei Weitem nicht die Einzigen.

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