Aktualisiert 27.01.2011 21:41

M-WatchMondaine schöpft neue Hoffnung

Mondaine-Chef André Bernheim hofft darauf, dass Migros ihre
M-Watch-Uhren bald nicht mehr verkaufen darf.

von
Elisabeth Rizzi
Die Macher der M-Watch: André Bernheim (stehend) mit seinem Bruder Ronnie.

Die Macher der M-Watch: André Bernheim (stehend) mit seinem Bruder Ronnie.

Vor 27 Jahren lancierte Mon­daine mit Migros die M-Watch als Konkurrenz zur Swatch. Seit Frühling 2010 bekriegen sich die ehemaligen Partner in einem Rechtsstreit um die Markenrechte.

Migros vertreibt jetzt eigene ­M-Watch-Uhren. Wie stark kannibalisiert das Ihre M-Watch?

André Bernheim: Natürlich stört es uns, dass die Migros versucht, an unsere Marke zu kommen. Die Migros verkauft jetzt sogar ein Modell, das sie seinerzeit von uns nicht wollte. Darum haben wir im Oktober eine einstweilige Verfügung gegen die Migros eingeleitet. Wir erwarten das Urteil nächste oder übernächste Woche.

Schon bevor Migros den Vertrag mit Ihnen kündigte, brachen die Umsätze von M-Watch ein. Was lief falsch?

Wir haben uns während Jahren um ein neues Konzept bemüht und der Migros Vorschläge unterbreitet. Aber die Migros als exklusiver Absatzkanal setzte mehr auf schärfere Lieferkonditionen und Rabatte statt auf Wiederaufbau.

Manor ist Ihr neuer Partner. Wieso wird jetzt alles besser?

Manor führt eigene Schmuck- und Uhren-Abteilungen und ist darum in Beratung und Service kompetent. Mit 71 Filialen ist Manor gut aufgestellt.

Trotzdem: Sie müssen die Marke neu positionieren. Wie?

M-Watch hat keinen Anspruch darauf, eine Trendmarke zu sein. Die M-Watch ist eine grundsolide Uhr für den Alltag – eine Uhr auch für die ländliche Bevölkerung und für Gastarbeiter. Sie zeichnet sich durch Langlebigkeit, Qualität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Sie wollten nach drei Monaten 66 000 M-Watches verkauft haben. Wie nah sind sie dran?

Wir reden nicht über Zahlen. Aber der Start der Manor-Partnerschaft war stark, obwohl wir keine Kommunikationsmassnahmen ergriffen haben, nur mit 40 Modellen gestartet und die Verkaufspunkte noch nicht optimal ausgestaltet sind.

Über dreissigjährige Partnerschaft mit Migros

Der Uhrenhersteller Mondaine arbeitete zwischen 1976 und 2010 mit der Migros zusammen. Zuerst stellte er für den orangen Riesen Digitaluhren her. Seit Mitte der Achtzigerjahre entwickelte er für Migros die Billiguhr M-Watch. Im Mai 2010 kündigte Migros die Zusammenarbeit auf. Seither stehen die beiden Firmen im Rechtsstreit miteinander bezüglich der Marken- und Vertriebsrechte von M-Watch. Migros hat inzwischen Uhren mit leicht abgeändertem Logo von Dritten herstellen lassen.

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