Interview: Mondo Marcio: «Jay-Z und Tupac sind meine Vorbilder»
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InterviewMondo Marcio: «Jay-Z und Tupac sind meine Vorbilder»

Er spediert italienischen Rap auf einen neuen Level: Der Mailänder Mondo Marcio (19) rappt so flüssig wie kein Landsmann vor ihm und ist mit seinem selbst produzierten Debüt «Solo un uomo» direkt in die Italo-Charts eingestiegen.

Dein Album tönt sehr reif für einen 19-Jährigen! Was hat dich so schnell erwachsen werden lassen?

Mondo Marcio: (Lacht) Die gute italienische Küche! Nein, ernsthaft: Das Alter ist da gar nicht so wichtig. Es kommt mehr darauf an, was man schon erlebt hat. Zudem habe ich viel Zeit mit Leuten verbracht, die einiges älter waren als ich: Psychiater, Anwälte, Richter ...

Auf dem Album beweist du ein gutes Gespür für Melodien, aber die italienische Liedermacher-Tradition hört man nicht heraus.

Marcio: Da hast du Recht. Mit Adriano Celentano und Konsorten kann ich nicht viel anfangen. Ich habe die Grossen des Hip-Hop, Jay-Z, Tupac und Eminem, studiert. Sie waren als Vorbilder sehr wichtig für mich, weil sie es als Rapper so weit geschafft haben.

Im Moment redet die ganze Schweiz vom Feinstaub. Wie kommst du mit der schlechten Luft in Mailand klar?

Marcio: Schlecht. Die Luftqualität in Mailand ist beschissen. Das prägt die Leute auch. Alle laufen mit griesgrämigen Mienen durch die Gegend. Aber Mailand ist halt eine gute Stadt, um zu arbeiten. Hier ist die Geschäftswelt.

Und wo gehst du hin, um dich zu entspannen?

Marcio: In Mailand? Diese Möglichkeit hat Gott hier nicht eingeplant. Es gibt keinen Ort, wo man hinkönnte. Ich bleibe zuhause und höre alten Soul. Das hilft.

Adrian Schräder

Das Album «Solo un uomo» (Virgin/Emi) von Mondo Marcio ist vor wenigen Tagen erschienen.

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