Monika Stocker: Ich bin ziemlich erschüttert»
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Monika Stocker: Ich bin ziemlich erschüttert»

Angesichts massiver Vorwürfe von zwei freigestellten Mitarbeiterinnen des Stadtzürcher Sozialdepartements hat Stadträtin Monika Stocker eine Administrativuntersuchung eingeleitet. Ein externer Rechtsanwalt wurde mit der Aufgabe betraut.

Die Vorwürfe seien derart massiv, dass sie sofort eine Administrativuntersuchung eingeleitet habe, sagte die grüne Stadträtin. Der zuständige Rechtsanwalt Beat Badertscher habe seine Arbeit bereits heute Dienstag begonnen. Stocker wertet die Anschuldigungen als klaren Misstrauensantrag an die Führung der Sozialen Dienste und des Kompetenzzentrums: «Ich bin ziemlich erschüttert.»

In Interviews mit der Zeitung «Die Weltwoche», «Radio 24» und im «Tages-Anzeiger» sagten Esther Wyler und Margrith Zopfi diese Woche etwa, dass das Kontrollsystem bei der Sozialhilfe nicht funktioniere und viele Fälle von den Mitarbeitern des Sozialdepartements schlecht geführt werden. Ausserdem wurde Stadträtin Monika Stocker vorgeworfen, dass sie Kritik am System immer als Kritik an der Institution Sozialhilfe verstehe und daher abblocke.

Die Untersuchung soll jetzt klären, ob die beiden Frauen Erkenntnisse aus der Fallkontrolle ihren Vorgesetzten gemeldet hatten, die nicht weitergeleitet wurden. Ausserdem müssten deren Aussagen belegt werden können, dass 80 Prozent der kontrollierten Fälle mangelhaft gewesen seien und dass in 30 Prozent der kontrollierten Fälle die Sozialhilfe eingestellt werden könnte. Weiter soll die Untersuchung klären, ob in den Sozialzentren Mängel und Fehler trotz Kritik nicht behoben wurden. Stocker erwartete die Klärung per Ende Februar. Sobald der Bericht vorliege, werde er an die Geschäftsprüfungskommission gehen.

«Ich erwarte von einer Professionellen, dass sie ihre Beobachtungen auch professionell weiterleitet», fügte Stocker zu den Vorwürfen in Medienberichten von vergangener Woche bei. Bereits vergangenen Februar reichte das Sozialdepartement nach Medienberichten eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Amtsgeheimnisverletzung ein. Im Oktober 2007 ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiterinnen im Amt, die in der Folge freigestellt wurden.

(SDA/AP)

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