Monika Stocker im Spital: War der Druck zu gross?
Aktualisiert

Monika Stocker im Spital: War der Druck zu gross?

Monika Stocker
wurde am Sonntag in ein
Spital eingeliefert –
sie hatte einen
Kreislaufkollaps erlitten.

In einer Meldung teilte das Sozialdepartement der Stadt Zürich am Montag mit: «Stadträtin Monika Stocker hatte über das Wochenende Probleme mit ihrem Kreislauf und musste sich vorübergehend in Spitalpflege begeben. Sie plant, ihre Amtsgeschäfte am nächsten Montag wieder aufzunehmen.»

Wegen zahlreicher aufgedeckter Fälle von Sozialhilfemissbrauch prasselt seit Monaten ein Trommelfeuer der Kritik auf die Vorsteherin des Sozialdepartements ein. Sie alleine sei verantwortlich für das Chaos, habe sich zu lange gegen effektive Kontrollen gewehrt. Die SVP forderte eine parlamentarische Untersuchungs-kommission gegen die 59-jährige Politikerin. Zudem kommen massive Vorwürfe aus den eigenen Reihen. Die beiden freigestellten Fallkontrolleurinnen, die gegen Stocker aussagten, werden in ihrem Departement als Heldinnen gefeiert. Dass Stocker unter dieser Belastung zusammengebrochen ist, erstaunt Jens Martignoni von der Fachstelle für Konfliktlösung und Mobbingprävention nicht: «Viele hätten diesen Druck schon viel früher nicht mehr ausgehalten.» Psychisch besonders belastend sei, dass die Kritik ihre Person in Frage stelle. «Dass ihr auch noch die Unterstützung ihrer Mitarbeiter wegbricht, könnte den Ausschlag für den Zusammenbruch gegeben haben.»

Alexandra Roder

Externes Personal untersucht

Die Administrativuntersuchung wegen der massiven Kritik von zwei freigestellten Mitarbeiterinnen des Zürcher Sozialdepartements muss angepasst werden. Die beiden Frauen wollen erst nach Abschluss der gegen sie laufenden Strafuntersuchung für Auskünfte zur Verfügung stehen. Nun sollen zwei externe Fachpersonen damit beauftragt werden, die letzten hundert Dossiers der Kritikerinnen fachlich zu prüfen.

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