Aktualisiert 19.11.2007 10:27

Monster-Zyklon: 10 000 Tote?

Zyklon Sidr in Bangladesch hat nach Befürchtungen der Hilfsorganisation Roter Halbmond bis zu 10 000 Menschen das Leben gekostet. Die Opferzahl wird nach Befürchtungen von Hilfsorganisationen dramatisch steigen, wenn die Helfer erst einmal die entlegenen Inseln in dem Katastrophengebiet erreichen.

Offiziell lag die Zahl bei mindestens 2400 Toten. Insgesamt leiden 2,7 Millionen Menschen unter der Naturgewalt: Nach Schätzung der Regierung wurden 773 000 Häuser beschädigt, 250 000 Stück Vieh und Geflügel verendeten und die Ernte in weiten Gebieten wurde vernichtet.

Schweiz hilft

Am Wochenende lief, unterstützt von Hubschraubern und Schiffen der bangladeschischen Streitkräfte, die internationale Hilfe an. Der Bund und Schweizer Hilfswerke stellten 850 000 Franken für die Soforthilfe zur Verfügung, die EU gaben 1,5 Millionen Euro und die Bundesregierung in Berlin zusätzlich 700 000 Euro Soforthilfe frei. Die USA versprachen 2,1 Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) und stellten zwei Kriegsschiffe für den Hilfseinsatz ab.

Das Welternährungsprogramm (WFP) setzte Lebensmittellieferungen in Marsch und die Gesellschaften des Roten Halbmonds schickten Tausende von Helfern in das Katastrophengebiet. Der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, sagte, Sidr habe Existenzen, Wohnungen und Häuser zerstört, die Schäden seien «extrem schwer».

Schwerster Sturm seit Jahren

Der Zyklon suchte am Donnerstag Bangladesch heim und verwüstete vor allem an der Küste ganze Landstriche. Da nach dem Wirbelsturm zahlreiche Strassen unpassierbar sind, ist die Transportunterstützung der Streitkräfte von grosser Bedeutung, um alle betroffenen Küstenregionen zu erreichen.

Sidr war der schwerste Wirbelsturm in Bangladesch seit mehr als zehn Jahren. Stürme und Flutwellen suchen Bangladesch jährlich heim und fordern Menschenleben. Im Falle von Sidr habe ein Frühwarnsystem der Regierung offenbar unzähligen Menschen das Leben gerettet, teilte UN-Koordinatorin Renata Dessalien mit.

(dapd)

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