Kantonsgericht Glarus - Monsterprozess geht in zweite Halbzeit
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Kantonsgericht GlarusMonsterprozess geht in zweite Halbzeit

Nachdem im August bereits die Delikte von sieben Beschuldigten verhandelt wurden, stehen nun drei weitere Kosovaren vor dem Kantonsgericht Glarus. Ihnen wird unter anderem versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen.

von
Jeremias Büchel
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Bei diesem Gebäude in Bilten GL … 

Bei diesem Gebäude in Bilten GL …

20min/Michael Scherrer
… wurde am 3. Oktober 2018 ein damals 41-jähriger Kosovare …

… wurde am 3. Oktober 2018 ein damals 41-jähriger Kosovare …

20min/Michael Scherrer
… von zwei Männern niedergeschlagen. 

… von zwei Männern niedergeschlagen.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Ab Mittwoch geht der Monsterprozess rund um die Bluttat von Bilten GL im Herbst 2018 in die nächste Runde.

  • Nun stehen drei Personen vor Gericht, die in Birmensdorf ZH im Frühling 2017 zwei Männer verprügelt haben.

  • Diese Tat war der Grund für den Racheakt, der anderthalb Jahre später in Bilten GL durchgeführt wurde.

  • Umfangreiche Ermittlungen führten dazu, dass an mehreren Prozesstagen zehn Personen vor dem Kantonsgericht Glarus stehen.

  • Die Untersuchungskosten belaufen sich auf fast eine viertel Million Franken.

In der zweiten Runde des umfangreichen Strafprozesses steht nun das Opfer von der ersten Runde des Prozesses als Täter vor Schranken. Der heute 44-jährige Kosovare hatte laut Anklageschrift im Frühling 2017 bei einem Club in Birmensdorf ZH, den es heute nicht mehr gibt, mit zwei Kumpanen zwei Kosovaren abgepasst und diese mit einem Baseballschläger angegriffen. Dabei wurde der eine so stark verletzt, dass er zwei Jahre lang arbeitsunfähig gewesen war. Durch den Angriff erlitt der heute 32-Jährige ein offenes Schädel-Hirn-Trauma und weitere Verletzungen. Das zweite Opfer, ein heute 40-jähriger Kosovare wurde ebenfalls mit einem Baseballschläger angegriffen und erlitt eine Rissquetschwunde am Kopf.

Die drei Männer sind deshalb wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Angriffs sowie der versuchten schweren Körperverletzung angeklagt. Die Strafanträge wird die Staatsanwaltschaft, wie bereits beim ersten Prozessteil vor Schranken stellen.

Die beiden Opfer der drei Schläger rächten sich anderthalb Jahre später am 44-jährigen Kosovaren. Sie heuerten zwei junge Männer an, die damals in Albanien wohnten. Ihnen wurde aufgetragen, dem 44-Jährigen in Bilten GL aufzulauern und Vergeltung zu üben. In der Folge wurde der Mann niedergeknüppelt. Er wurde darauf schwer verletzt mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen geflogen, wo er mehrere Tage auf der Intensivstation lag. Diese Tat wurde an den ersten beiden Prozesstagen behandelt. Alles dazu kannst du in diesem Ticker nachlesen.

225’000 Franken Untersuchungskosten

Der zweite Teil des aufwendigen Prozesses ist für Mittwoch und Donnerstag angesetzt. Aus Platzgründen findet die Verhandlung des Monsterprozesses nicht am Kantonsgericht in Glarus, sondern im Gemeindehaussaal in Ennenda GL statt. Die aufwendigen Ermittlungen führten dazu, dass sich Untersuchungskosten von bereits über 225’000 Franken angehäuft haben. Ein grosser Teil davon ist wegen Telefonüberwachungen sowie Dolmetscherkosten entstanden. Das Urteil wird laut Gericht erst in den Wintermonaten erwartet.

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