St. Gallen: Monsterprozess um Immo-Schwindel
Aktualisiert

St. GallenMonsterprozess um Immo-Schwindel

Vor dem Kreisgericht begann heute eine Prozessreihe gegen mehr als 20 Angeklagte. Sie sollen Hypotheken von gegen 100 Mio. Fr. erschlichen haben.

von
eli
Das Kreisgericht St. Gallen.

Das Kreisgericht St. Gallen.

Es ist ein gigantisches Verfahren, das die Staatsanwaltschaft St. Gallen über die letzten sieben Jahre geführt hat: Gegen mehr als 220 Personen haben die Ermittler Verfahren eröffnet, die Akten zu diesem Immobilien-Monsterfall füllen mehr als 800 Bundesordner. Während der überwiegende Teil der Fälle per Strafbefehl erledigt wurde, müssen sich in den nächsten Wochen 23 Personen vor Gericht verantworten. Neben den vier Haupt­tätern sind dies Vermittler und Käufer von Häusern und Eigentumswohnungen.

Ihnen wird vorgeworfen, mit einem Trick überhöhte Hypothekarkredite von Banken und Versicherungen erschlichen zu haben. Den Immobilienkäufern wurde angeboten, Wohneigentum ohne eigenes Kapital erwerben zu können. Zudem winke ihnen nach Abschluss des Kaufes sogar eine Provision in bar – Geld, das in mehreren Fällen auch ausbezahlt wurde.

Allerdings, so der Vorwurf, wurden Scheinverträge aufgesetzt, mit denen den Finanz­instituten und Grundbuchämtern vorgegaukelt wurde, die Käufer hätten Eigenkapital eingesetzt. Auf diese Weise gelang es laut Anklage, an die überhöhten Hypotheken zu kommen. Wie hoch der Schaden für die Finanzinstitute ausgefallen ist, geht aus der Anklageschrift nicht hervor. Die Kreditausfälle der Banken dürften sich aber auf gegen 100 Millionen Franken belaufen. (eli/20 Minuten/sda)

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