Aktualisiert 05.11.2013 17:42

Folge des TsunamisMonströse Abfall-Insel steuert auf Kalifornien zu

Zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Tsunami in Japan treibt ein riesiger Trümmerberg auf dem Pazifischen Ozean Richtung USA. Er hat die Grösse des Staates Texas.

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Der neuste Bericht der Nationalen Ozean- und Atmosphärenverwaltung (NOAA) in den USA könnte sehr wohl als Plot für einen Hollywood-Film mit Bruce Willis dienen, doch diesmal meint es die Klimabehörde ernst: Auf dem Pazifik treibt derzeit ein riesiger Abfall-Klumpen, der so gross ist wie der US-Staat Texas – und bald auf das kalifornische Festland stossen könnte.

Die Trümmer, die diese künstliche Insel gebildet haben, sind ein Teil der insgesamt fünf Millionen Tonnen Schutt, die am 11. März 2011 nach dem Tsunami in Japan im Meer verschwanden. Es sind Überreste von Häusern, Booten und Strassen. Etwa eine Million Tonnen des gesamten Treibgutes schwimmt nun über das Meer nordöstlich von Hawaii. Für die Flora und Fauna der US-Westküste könnten die im Müll enthaltenen Giftstoffe verheerende Folgen haben, schreibt die britische Zeitung «The Independent».

Seit Monaten treibt Abfall Richtung USA

Mit den jüngsten Beobachtungen haben sich die Befürchtungen der Bundesbehörde NOAA bestätigt. Im April 2012 hatte der Ozeanograph Curtis Ebbesmeye davon gewarnt, dass «eine Trümmerinvasion» an Land schwappen könnte. Damals musste der Frachter «Ryou-Un Maru», der sich nach dem Tsunami losgerissen hatte, von der US-Küstenwache mit einem Kanonenhagel versenkt werden. Der Kahn hatte herrenlos mit Strömung und Wind fast 8000 Kilometer über den Pazifik getrieben.

Immer wieder werden kleine Trümmerteile in Kanada und den US-Staaten Alaska, Washington, Oregon und Kalifornien angespült. Was als dichter Trümmer-Teppich in japanischen Gewässern begann, ist auf dem langen Weg durch Winterstürme auf eine riesige Fläche verteilt worden.

Aufgrund eines Computer-Models vermutete NOAA-Mitarbeiter Doug Helton, dass das meiste noch im Meer treibe. Die Trümmerteile würden sich «in einem komplizierten System von Strömungen» verteilen. Die kleinsten Teile, darunter Plastikbehälter oder Styropor-Bojen, wie sie in der japanischen Austernzucht benutzt werden, sind in den letzten zwei Jahren regelmässig zwischen Kalifornien und Alaska gefunden worden.

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