Aktualisiert 23.09.2011 12:17

BankenkriseMoody's stuft griechische Banken herab

Die Gefahr einer Pleite griechischer Banken steigt weiter. Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität der wichtigsten Finanzinstitute im Land um zwei Stufen gesenkt.

Der griechische Finanzsektor kommt immer stärker unter Druck.

Der griechische Finanzsektor kommt immer stärker unter Druck.

Die griechischen Banken kommen immer stärker unter Druck. Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der wichtigsten griechischen Banken um zwei Stufen gesenkt. Moody's begründete dies mit den Wertverlusten griechischer Staatsanleihen im Besitz der Finanzinstitute und der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Landes.

Zudem seien «erhebliche» weitere Wertverluste der Papiere zu erwarten, teilte die Ratingagentur am Freitag mit. Betroffen sind die Griechische Nationalbank (NBG), die Eurobank Ergasias, die Alpha Bank, die Bank von Piräus, die Attika Bank und die griechische Agrarbank. Ihre Kreditwürdigkeit wurde jeweils von «B3» auf «Caa2» herabgesenkt.

Die Ratingagentur zeigte sich zudem besorgt über die schrumpfenden Wertpapierdepots der griechischen Banken. Ferner sei ihre Liquidität im Ernstfall nicht gesichert.

Auch US-Banken zurückgestuft

Mitte Woche hatte die Ratingagentur Moody's bereits drei US-Banken zurückgestuft. Die Bonitätswächter billigten der Bank of America - dem grössten Finanzhaus der Vereinigten Staaten - statt eines guten Ratings (»A2») nur noch ein befriedigendes Rating (»Baa1») zu. Moody's senkte auch die Bonitätsnote des besser aufgestellten Rivalen Wells Fargo leicht (von «A1» auf «A2») und stufte ebenfalls die Citigroup herab.

Zudem zweifelt die Ratingagentur daran, dass die US-Regierung bei einer neuerlichen Schieflage des amerikanischen Finanzsektors wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008 rettend eingreifen würde.

(sda)

EZB-Ratsmitglied schliesst Griechen-Pleite nicht aus

Der niederländische Notenbankchef Klaas Knot schliesst einen Staatskonkurs Griechenlands nicht mehr aus. «Dies ist eines der Szenarien», sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem Interview mit der niederländischen Wirtschaftszeitung «Het Financieele Dagblad». «Ich sage nicht, dass Griechenland nicht bankrott gehen kann», zitierte das Blatt Knot am Freitag. Knot gehört als Präsident der niederländischen Notenbank DNB auch zur EZB-Führungsriege. Es sei sehr ungewöhnlich, dass ein solcher Banker so deutlich die Möglichkeit einer griechischen Pleite offenlässt, heisst es in «Het Financieele Dagblad». Weiter erklärte Knot gegenüber der Zeitung: «Ich war lange davon überzeugt, dass ein Konkurs nicht erforderlich ist. Die Nachrichten aus Athen sind jedoch zuweilen nicht ermutigend.» Und wenn auch weiterhin alle Anstrengungen darauf gerichtet seien, einen Konkurs zu vermeiden, schliesse er die Möglichkeit dessen Eintreffens nun weniger entschieden zurück als noch vor ein paar Monaten.

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