Aktualisiert 14.01.2017 05:37

FinanzkriseMoody's zahlt 864 Millionen Dollar

Neun Jahre nach der geplatzten Immobilienblase und der daraus resultierten US-Finanzkrise kommen die damals zu risikoarmen Bewertungen die Ratingagentur teuer zu stehen.

von
foa
Das Logo der Moody's Coroporation in New York. (1.März 2014)

Das Logo der Moody's Coroporation in New York. (1.März 2014)

Keystone/EPA/ANDREW GOMBERT

Wer faule Geschäfte fördert, muss Strafe zahlen: Dieser einfachen Logik folgt nun eine Entscheidung in den USA. Die Ratingagentur Moody's muss sich für ihr Vorgehen vor der Finanzkrise 2008 verantworten.

Für ihr Fehlverhalten und die Mitverantwortung an der weltweiten Finanzkrise 2008 hat die Ratingagentur Moody's einer Strafzahlung in Millionenhöhe zugestimmt. Das Unternehmen einigte sich am Freitag mit dem US-Justizministerium sowie 21 US-Staaten und Washington, D.C. auf eine Summe von fast 864 Millionen Dollar. 437,5 Millionen gehen demnach an die Behörde, 426,3 an die Staaten. Auch Moody's selbst ging nach der Mitteilung hart mit sich ins Gericht.

Unabhängige Prüfstelle

Die zweitgrösste Ratingagentur der Welt erklärte, ihren eigenen Standards nicht gefolgt zu sein. In den kommenden fünf Jahren blieben bereits bestehende Massnahmen erhalten, um die «Integrität, Unabhängigkeit und Qualität der Kreditratings» zu stärken, hiess es in einer Mitteilung. Zudem kämen noch weitere Reformen hinzu, die die Objektivität der Bewertungen garantieren sollen. Dazu gehört beispielsweise, dass Änderungen am Ratingsystem unabhängig überprüft werden und sichergestellt wird, dass Mitarbeiter nicht auf Grundlage des finanziellen Erfolgs von Moody's vergütet werden.

Vor der Finanzkrise 2008 hatte Moody's überhöhte Ratings auf dem Immobilienmarkt abgegeben. Auch die ebenfalls grossen Agenturen Standard & Poor's und Fitch waren dafür kritisiert worden, damals risikoarme Bewertungen für risikoreiche Hypothekengeschäfte veröffentlicht zu haben.

Positive Bewertungen – finanzieller Kollaps

Standard & Poor's zahlte in diesem Zuge vor zwei Jahren bereits fast 1, 4 Milliarden Dollar, um eine ähnliche Vereinbarung mit dem Justizministerium sowie 19 US-Staaten und Washington, D.C. einzugehen.

Durch die positiven Bewertungen fauler Hypothekengeschäfte war die Immobilienblase auf dem US-Markt immer grösser geworden und schliesslich geplatzt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Geschäfte – durch Verkäufe an unterschiedlichste Banken – schon längst internationale Kreise gezogen und führten zu einem finanziellen Kollaps weltweit. (foa/sda)

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