Morales verteilt Land an Indios

Aktualisiert

Morales verteilt Land an Indios

Boliviens linker Präsident Evo Morales hat eine Landverteilung an arme Indio-Bauern auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Bodenreform soll mehr als ein Fünftel des staatlichen Landbesitzes umverteilt werden.

In Santa Cruz übergab Morales am Samstag 60 Besitzurkunden über insgesamt 3,1 Millionen Hektar an Ureinwohner des ärmsten Landes Südamerikas. Damit setzte er einen Monat nach der Verstaatlichung des Energiesektors einen weiteren Schwerpunkt seiner Reformagenda in die Tat um.

"Die historischen Feinde der Armen müssen diese Landrevolution akzeptieren", sagte Morales vor Tausenden Indios in der Stadt. Mit Santa Cruz wählte der Präsident als Ort für die Übergabe der Besitzurkunden eine Hochburg der wohlhabenden Landbesitzer aus, die sich aus Protest gegen die Reformpläne zusammenschliessen wollen.

Zusagen der Regierung, nur brach liegendes Land umzuverteilen und grössere Enteignungen zu vermeiden, konnten die Landbesitzer nicht beschwichtigen. Die Gespräche zwischen beiden Seiten wurden am Freitag abgebrochen. In der Region gibt es vor allem Rinder-Farmen und Soja-Plantagen.

Nach den Plänen der Regierung sollen zunächst bis zu fünf Millionen Hektar Land aus Staatsbesitz an Ureinwohner verteilt werden. Danach sollen ungenutzte Landflächen in Privatbesitz ausfindig gemacht werden, die möglicherweise umverteilt werden.

Während die von Morales im vergangenen Monat vorgenommene Verstaatlichung des Energiesektors in dem Andenstaat kaum umstritten ist, hat die Landreform die Tiefe Spaltung zwischen der zumeist verarmten Mehrheit aus Indios und der von Europäern abstammenden Oberschicht offenbart.

Nach Schätzungen der römisch-katholischen Kirche besitzt eine kleine Gruppe von Familien rund 90 Prozent des gesamten Farmlandes. Der Rest verteilt sich auf die rund drei Millionen Indio-Bauern, die die politische Basis von Präsident Morales darstellen, der selbst früher ein Kokabauer war.

(sda)

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