Aktualisiert 12.12.2006 21:27

Moralische Bedenken: Kein Grossbordell im Schiltacker

Kehrtwende beim Grossbordell im Schiltacker: Die erweiterte Besitzerfamilie der Liegenschaft zieht die Notbremse. Doch Alfredo Lardelli hat bereits neue Angebote in St. Gallen.

«Die Würfel sind gefallen, ich habe mein Mandat niedergelegt», sagt Erotikunternehmer Alfredo Borgatte alias Lardelli. Und: «Mein Auftraggeber Karl Liechti hat unterschätzt, dass seine Frau und sein Geschäftspartner eine ganz andere Moralvorstellung haben als er, der sich vor allem von der betriebsökonomischen Seite leiten liess», so Borgatte. Mitbesitzer Liechti, so Lardelli in seiner letzten Auftragshandlung, sei für die Presse nicht zu erreichen.

Im Gebiet um den Schiltacker ist man derweil erleichtert: Im nahen Reitstall Ahorn, in dem viele Kinder und Jugendliche Reitstunden nehmen, machte sich Leiterin Andrea Heim bereits Sorgen um ihren Ruf. Nun freut sie sich, dass das Etablissement nicht gebaut wird. «Ich hatte Bedenken, dass manche Eltern ihre Kinder sonst nicht mehr zu uns geschickt hätten», so Heim. Gleich äussert man sich in der Tagesstätte Kinderoase unterhalb der Liegenschaft Schiltacker: «Ich war geschockt, ich bin nun entsprechend erleichtert», sagt Leiterin Loretta Huber.

Alfredo Borgatte allerdings bedauert den Stopp: «Es wäre ein internationales Paradeprojekt geworden.» Doch er habe bereits zwei neue Angebote für Projekte in Fabrikliegenschaften in St. Gallen erhalten. «Schon im Januar werde ich wieder zurück sein», so Borgatte.

(loo/feb)

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