Aktualisiert 19.08.2009 18:08

Leichtathletik-WMMorceli - ein Name, der verpflichtet

Im 13-köpfigen Schweizer Team an der Leichtathletik-WM fehlen die grossen Namen. Mit einer Ausnahme: Patricia Morceli versprüht mit ihrem Familien-
namen Medaillenglanz.

von
Marcel Allemann

Patricia Morceli ist die Ex-frau des algerischen Ausnahmeläufers Noureddine Morceli (39), der in den 90er-Jahren dreimal Weltmeister und einmal Olympiasieger über 1500 m wurde.

1991 lernten sie sich kennen, 1993 verliebten sie sich, 1996 wurde geheiratet, 1999 erblickte Sohn Abdurani die Welt, 2001 wurde Tochter Aï­shah geboren, 2002 trennte sich Patricia von Noureddine.

Geblieben ist der Name. Und dieser war nicht immer nur ein Vorteil: «Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, doch am Anfang war es belastend, einen verpflichtenden Namen zu haben. Denn dieser allein macht nicht schnell.»

Trotzdem hat es die Zugerin nun an die WM geschafft. In Abwesenheit von Viktor Röthlin vertritt die zweifache Mutter am Sonntag die Schweizer Farben beim Marathon. Und dies obwohl die frühere Mittelstreckenläuferin während sechs Jahren keinen Sport mehr betrieben und erst 2005 mit Marathon begonnen hat: «Er entwickelte sich rasch zu meiner Lieblingsdisziplin.»

In Berlin strebt Morceli eine Zeit unter 2:40 Stunden an. Damit ist man national spitze, aber international im Niemandsland. Die Spätzünderin will sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn vorn die Post abgeht: «Ich werde stur mein Tempo laufen.»

Der nächste Morceli wird trotz seiner Eltern übrigens kein Leichtathlet – Abdurani ist Fussball-Junior beim SC Cham. Die Mutter trägt es mit Fassung: «Hauptsache, meine Kinder treiben Sport, egal welchen.»

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