Mord ohne Motiv
Aktualisiert

Mord ohne Motiv

«Auf ‹eins› öffnete sich der Türspalt. Auf ‹zwei› erkannte ich dunkle Herrenschuhe. ‹Drei› waren hellblaue Jeans. ‹Vier›. ‹Fünf› war ein dumpfer Knall.» Da begeht doch tatsächlich ein kreuzbraver Gerichtsreporter und ehemaliger Lektor (die Charakterisierung trifft sowohl auf den Helden als auch auf den Autor des Romans zu) scheinbar ohne Motiv einen kaltblütigen Mord (nur noch der Held, nicht der Autor). Die Frage nach dem Warum beantwortet er lapidar mit: darum. Und in zwanzig Jahren würde er mehr enthüllen. Dieser Plot ist zwar spannend, aber auch reichlich verworren. Die unerwarteten Wendungen nehmen kein Ende und als selbiges endlich eintritt, ist man geneigt, den Autor (nicht den Helden) unter Mordanklage zu stellen. Was aber schlussendlich aufs Gleiche herausläuft.

pat

Info

Daniel Glattauer «Darum», Roman, Deuticke, Wien – Frankfurt a. M. 2003, 301 S., 34.60 Franken.

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