Mordanklage für Selbstmörder
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Mordanklage für Selbstmörder

Nach dem Zugunglück in Kalifornien mit mindestens elf Toten und fast 200 Verletzten droht dem verhinderten Selbstmörder die Todesstrafe.

Der 25-Jährige, der seinen Geländewagen in Selbstmordabsicht auf den Gleisen abgestellt hatte, werde des mehrfachen Mordes beschuldigt, erklärte Bezirksstaatsanwalt Steve Cooley am Donnerstag.

Der 25-Jährige hatte seinen Wagen in einem Vorort von Los Angeles am Mittwoch verlassen, bevor ein Zug dagegenfuhr. Der Zug stiess anschliessend gegen einen Triebwagen und riss noch einen zweiten Zug aus den Gleisen. Einige Waggons wurden vollständig zerstört. Elf Menschen starben, am Donnerstag wurde zudem noch eine Reisende vermisst. Zwei Dutzend Verletzte schwebten in einem kritischen Zustand. Es war das schwerste Bahnunglück in den USA seit sechs Jahren.

Der verhinderte Selbstmörder befand sich in Polizeigewahrsam in einem Krankenhaus, nachdem er sich offenbar selbst Schnitte an den Handgelenken beigebracht und sich in die Brust gestochen hatte. «Er erregt nicht meine Sympathie, weil er mutlos ist», sagte Staatsanwalt Cooley.

Noch am Mittwochabend beschuldigte ihn die Justiz offiziell des zehnfachen Mordes unter besonderen Umständen. Die elfte Leiche wurde erst später gefunden. Eine solche Anschuldigung ermöglicht nach kalifornischem Recht die Todesstrafe. Der 25-Jährige hatte private Probleme. Seine Frau liess ihm im Dezember verbieten, sich ihr und dem gemeinsamen drei Jahre alten Sohn zu nähern. Ihr Mann habe Drogenprobleme und habe gedroht, das Kind mitzunehmen, sagte sie. (dapd)

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