«John Lennon»: Mordanklage gegen Schweizer fallen gelassen
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«John Lennon»Mordanklage gegen Schweizer fallen gelassen

Ein Schweizer wurde im Oktober auf den Philippinen getötet. Die Behörden verdächtigten seinen besten Freund. Das Verfahren gegen ihn wurde jetzt aus Mangel an Beweisen eingestellt.

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vro
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Unter dem Namen «John Lennon» hatte der 20- jährige Arnaud J. (Bild) mit Florian M. in einem Hotel eingecheckt. Wenige Tage später war sein Freund tot. Die Behörden verdächtigten J., den 22-jährigen Genfer ermordet zu haben. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt.

Unter dem Namen «John Lennon» hatte der 20- jährige Arnaud J. (Bild) mit Florian M. in einem Hotel eingecheckt. Wenige Tage später war sein Freund tot. Die Behörden verdächtigten J., den 22-jährigen Genfer ermordet zu haben. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt.

J. erzählte, zwei Männer mit Schusswaffen hätten sie gestoppt und Geld verlangt. Die Polizei glaubte den Darstellungen nicht, weil Florians Körper Stichwunden aufwies und alle Wertsachen noch auf sich trug, als man ihn fand.

J. erzählte, zwei Männer mit Schusswaffen hätten sie gestoppt und Geld verlangt. Die Polizei glaubte den Darstellungen nicht, weil Florians Körper Stichwunden aufwies und alle Wertsachen noch auf sich trug, als man ihn fand.

Florian M. wäre wenige Tage nach dem Mord 23 Jahre alt geworden. Zusammen mit J. wollte er auf den Philippinen eine Bar eröffnen.

Florian M. wäre wenige Tage nach dem Mord 23 Jahre alt geworden. Zusammen mit J. wollte er auf den Philippinen eine Bar eröffnen.

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Die Leiche des 22-jährigen Florian M. wurde im Oktober in einem Reisfeld auf den Philippinen gefunden. Er hatte eine Stichwunde in der Brust, eine Platzwunde am Kopf und blaue Flecken am Körper. Der Genfer hatte wenige Tage vor dem Mord zusammen mit einem Freund, der sich bei der Anmeldung «John Lennon» nannte, in einem Gasthaus in Surigao City auf der Insel Mindanao eingecheckt.

M.s Freund – ebenfalls ein Schweizer – wurde von der Polizei verdächtigt, den 22-Jährigen getötet zu haben. Wenige Tage nach dem Verbrechen war er in die Schweiz geflüchtet. Dort wandte sich Arnaud J.*, wie sein richtiger Name lautet, erstmals an die Medien und erzählte seine Version der Geschichte. Die Genfer Justiz leitete daraufhin ebenfalls ein Verfahren ein und befragte den 20-Jährigen. Sie liess ihn jedoch wieder auf freien Fuss.

J.s Beteiligung lässt sich nicht beweisen

Die philippinischen Behörden haben ihre Ermittlungen jetzt eingestellt und zwar aus Mangel an Beweisen, wie «MindaNews» schreibt. «Es gibt keine Beweise, kein Motiv und nicht genügend Indizien, um ihm den Mord zur Last legen zu können», heisst es im Beschluss der Staatsanwaltschaft.

Dass das Opfer zuletzt zusammen mit dem Verdächtigen beim Verlassen des Hostels gesehen wurde, müsse nicht heissen, dass sie auch zusammen waren, als das Opfer starb. Es lasse sich auch nicht beweisen, dass J. alleine oder mit Beteiligung von Dritten für M.s Tod verantwortlich ist, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. J. zeigt sich sichtlich erleichtert. «Ich wusste, dass die Wahrheit siegen wird, ich bin unschuldig», habe er der Zeitung via Facebook mitgeteilt.

Unglaubwürdige Aussagen

M. hatte sich vor seinem Tod längere Zeit auf den Philippinen aufgehalten. Zusammen mit J. wollte er dort eine Bar eröffnen. Am Tag seines Todes seien die beiden nach Surigao City gefahren, um verschiedene Dinge für ihr Lokal zu kaufen, sagte J. nach seiner Rückkehr in die Schweiz. Am Abend seien sie dann plötzlich von zwei Männern mit Schusswaffen bedroht worden. Sie hätten Geld gefordert. M. sei deshalb in eine Richtung geflüchtet, J. in eine andere. Danach habe er seinen Freund nicht mehr gesehen. Aus Angst vor den Tätern und zum Schutz seiner Familie sei er schliesslich in die Schweiz zurückgekehrt. Die philippinischen Ermittler fanden die Geschichte jedoch unglaubwürdig, da das Opfer Stichverletzungen hatte und keine Wertsachen gestohlen worden waren.

*Name der Redaktion bekannt.

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