Aktualisiert 24.06.2010 06:02

Rehetobel AR

Mordanschlag auf Nachbar war bezahlt

Der Schock bei Bauer Jakob Graf sitzt tief: Sein Nachbar H. Z.* (56) bezahlte zwei Männer, die ihn töten sollten. Laut Polizei ist das Motiv des Auftraggebers Missgunst.

von
mko/juf/tob
Jakob Graf mit seiner Frau in der Scheune, in der er verprügelt wurde. (Bild: juf)

Jakob Graf mit seiner Frau in der Scheune, in der er verprügelt wurde. (Bild: juf)

Zwei maskierte Männer hatten Jakob Graf am 8. Juni in seinem Kuhstall in Rehetobel brutal mit Eisenstangen verprügelt: «Sie wollten mich umbringen», so Graf. Schwerverletzt überlebte der 34-jährige Landwirt und verbrachte eine Woche im Spital. Kurz danach stellte sich sein Nachbar H.Z. der Polizei: Er hatte zwei Schlägern 17 500 Franken für die grausame Tat bezahlt. Angeheuert hatte er die Serben (30 und 41 Jahre) über einen 28-jährigen Bekannten. Als die Prügler nach der Tat weitere 30 000 Franken aus H.Z. herauspressen wollten, ging dieser zur Polizei. Die mutmasslichen Täter, ein Mittelsmann aus Belgien und der 28-jährige Schweizer sind in U-Haft.

Weil laut Polizei keine Fluchtgefahr besteht, ist H.Z. auf freiem Fuss. «Wir sehen ihn jeden Tag und haben grosse Angst, dass noch etwas passieren könnte», sagt Ehefrau ­Marlene Graf. Das Motiv der Tat ist nicht klar – H.Z. schien es nämlich gut zu gehen. Seine Partnerin bekam erst letzten August einen gesunden Sohn und sein Hof lief gut. «Er wirkte so glücklich mit seiner Familie», so Kurt Walser, der bis vor kurzem noch auf Z.s Hof gearbeitet hatte. Trotzdem schien H.Z. die Grafs zu hassen: Als Motiv nennt die Polizei Missgunst und Neid. Im Dorf hat der 56-Jährige immer wieder schlecht über die Familie Graf gesprochen. «Er hatte Angst, dass sie seinen Kühen etwas antun», so seine direkte Nachbarin. H.Z. selbst will keine Stellung nehmen. Seine Familie aber ist geschockt. «Ich schäme mich und habe mich für ihn bei den Grafs entschuldigt», sagt Bruder W.Z.*

*Namen der Redaktion bekannt (mko/juf/tob/20 Minuten)

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