Aktualisiert 13.11.2007 09:43

Mordbeschuldigung in Ramones-Umfeld

Eine Serie von Beleidigungen und direkt ins Gesicht geblasener Marihuana-Rauch sollen den Mord an der New Yorker Starmaklerin Linda Stein ausgelöst haben.

Ein New Yorker Untersuchungsgericht beschuldigte die persönliche Assistentin der früheren Managerin der Punk-Band Ramones der Tat und ordnete an, die 26-jährige Natavia Lowery in Haft zu nehmen. Einzelheiten des Verbrechens vom 30. Oktober schilderte in der Anhörung der New Yorker Polizeichef Raymond Kelly.

Die 62-jährige Stein, die als Managerin die Ramones nach England brachte und damit über die USA hinaus bekannt machte, wurde nach ihrer Zeit mit den Punk-Pionieren eine erfolgreiche Immobilienmaklerin in New York. Zu ihren Kunden gehörten Regisseur Steven Spielberg und Hollywood-Star Angelina Jolie. Elton John war Pate ihrer Tochter Mandy, die Stein in einer Blutlache mit dem Gesicht auf dem Boden in ihrem Drei-Millionen-Dollar-Apartment in der Fifth Avenue auffand.

Kelly gab den Stand der Ermittlungen bekannt und beschrieb den Tathergang, wie er sich aus den Aussagen Lowerys ergebe. Lowerys Anwalt Gilbert Parris beschwerte sich beim Richter darüber, dass Polizei und Staatsanwaltschaft ihn nicht über das Verhör seiner Mandantin informiert hätten.

Lowery sagte darin laut Kelly aus, dass Stein sie am 30. Oktober beleidigt und gedemütigt habe. Als sie für ihre Chefin eine E-Mail abrief, habe Stein ihr Marihuana-Rauch ins Gesicht geblasen und gesagt, sie solle sich beeilen. Lowery habe daraufhin einen schweren Yoga-Stab genommen und solange auf Stein eingeschlagen, bis sie zusammengebrochen sei. Kelly warf Lowery Mord mit bedingtem Vorsatz vor. Die Mordwaffe wurde nicht gefunden; auf dem Band der Videoüberwachung war aber zu sehen, wie Lowery mit einem Gegenstand das Haus an der Upper East Side verliess.

Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Shanda Strain sagte, Lowery habe mit Steins Kreditkarte 800 Dollar (545 Dollar) von einem Geldautomaten abgehoben. Kelly sagte, Lowery sei eine von mehr als 60 Personen gewesen, die nach dem Mord verhört worden seien. Sie habe seit vier Monaten für Stein gearbeitet.

Stein galt als jähzornig, laut und ordinär. Ihr gelang mühelos der Übergang von der New Yorker Untergrundszene zum gnadenlosen Verdrängungswettbewerb im Immobiliengeschäft Manhattans. Die einst mit dem Sire-Plattenfirmen-Chef Seymour Stein verheiratete Managerin zählte Berühmtheiten wie Madonna und Sting zu ihrem Freundeskreis. Zu ihrer Beisetzung kamen neben anderen die Schauspielerin Whoopi Goldberg und der legendäre Musik-Manager Clive Davis. (dapd)

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