SVP-Maskottchen: Morddrohung gegen entführten Zottel
Aktualisiert

SVP-MaskottchenMorddrohung gegen entführten Zottel

Nach der Entführung Zottels bangt Besitzer und SVP-Nationalrat Ernst Schibli um das Leben seines Geissbocks – in einem Brief drohen Unbekannte mit dessen Tod.

von
Simona Marty
SVP-Maskottchen Zottel ist entführt worden. (Fotos: Keystone)

SVP-Maskottchen Zottel ist entführt worden. (Fotos: Keystone)

Seit zwei Tagen ist Zottels Stall im zürcherischen Otelfingen leer. Zusammen mit seinem Artgenossen Mimo wurde der Geissbock in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Stall von SVP-Nationalrat Ernst Schibli entführt. «Ich bin sehr traurig. Seit zehn Jahren lebt Zottel bei mir – ich habe eine Beziehung mit dem Tier aufgebaut. Wenn Zottel nicht bald auftaucht, rechne ich mit dem Schlimmsten», sagt Schibli und blickt bedrückt in die leere Tierbox, in der nun Pferdedame Sweety alleine zurückbleibt. Auch sie leide, so Schibli. Bereits im Sommer habe er ein anonymes Schreiben erhalten, worin Unbekannte mit der Schlachtung des Tieres drohten – doch nie hätte er gedacht, dass sich so etwas bewahrheiten könnte.

Im Internet bekennt sich seit Samstag die Antifaschistische Aktion zur Entführung. «Wir haben letzte Nacht Zottel besucht und mitgenommen ...», heisst es. Für Juso-Präsident David Roth ist dies jedoch eine reine Farce. «Die SVP hat die Entführung selbst inszeniert. Es ist ein letzter, verzweifelter Versuch vor den Wahlen, Aufmerksamkeit zu erregen», sagt Roth und distanziert sich gleichzeitig von der Aktion. Wo sich Zottel und Mimo aber auch immer befinden, für Corinne Geiser von Vier Pfoten gehören Zottel und Mimo zurück nach Otelfingen. «Ein abrupter Standortwechsel bedeutet für die Tiere viel Stress und kann im späteren Leben Schäden bewirken.»

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