Aktualisiert 13.01.2014 11:40

Klima vergiftetMorddrohungen nach Wolfsabschuss

Nach dem Abschuss des Wolfes ist das Klima am Calanda vergiftet: Es wird gedroht, denunziert und gelästert.

von
tso
Der geschossene Wolf sorgt für böses Blut am Calanda. (Bild: Kapo Graubünden)

Der geschossene Wolf sorgt für böses Blut am Calanda. (Bild: Kapo Graubünden)

«Wir haben rund 20 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten», sagt David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz. «Einige blieben anonym. Sie wollen kein Geld, sondern dass der Wilderer gefasst wird.»

Die Gruppe hatte nach dem Wolfsabschuss ein Kopfgeld von 10'000 Franken auf den Wilderer ausgesetzt (20 Minuten berichtete). «Anderen Informanten geht es eher ­darum, jemandem eins auszuwischen», glaubt Gerke. Ob bei der Bündner Polizei bessere Hinweise eingegangen sind, wollte man dort nicht sagen.

Nächtliche Anrufe

Für den Wilderer hatte die Tat bislang keine Folgen, für die Bewohner des Taminatals hingegen schon: Ein Bauer freute sich letzte Woche öffentlich über den Wolfsabschuss. Seither drohen ihm Unbekannte mit dem Tod. «Viele hier sind der Meinung, dass besser nicht rauskommt, wer der Täter war», sagt eine Frau aus der Region. Sie wisse nämlich nicht, was dann passiere. «Einige erhalten Morddrohungen und nächtliche Anrufe, nur weil sie sich auf die Seite des Wilderers gestellt haben.»

Gerüchten zufolge ist der Jungwolf an einer Kugel aus dem Sturmgewehr verendet. Die Behörden gehen aufgrund der verwendeten Munition von einem gezielten Schuss aus. Das Wolfsrudel indes ist weiter unterwegs: Es wurde bereits wieder im Kanton St. Gallen gesichtet.

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