Mordfall Didier: Verwahrung gefordert

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Mordfall Didier: Verwahrung gefordert

Im Indizienprozess um die vor 15 Jahren getötete Brigitte Didier hat der Staatsanwalt am Dienstag eine lebenslange Zuchthausstrafe wegen Mordes und die Verwahrung gefordert.

Der Verteidiger des 38-Jährigen plädierte auf Freispruch wegen Irrtums. Die Vorwürfe basierten einzig auf der DNA-Analyse. Das Urteil fällt Ende Woche.

Wie Staatsanwalt Pascal Flotron vor dem Strafgericht Biel-Nidau erklärte, hat sich der Angeklagte des Mordes an der 18-jährigen Apothekergehilfin schuldig gemacht. Die auf der Leiche der Getöteten gefundenen DNA-Spuren seien jene des angeschuldigten Seeländers. Dies hätten mehrere Analysen elf Jahre nach der Tat gezeigt. Gemäss Bericht des Gerichtsmediziners musste die Frau rund 20 Minuten leiden: Der Täter habe sie zunächst halbwegs erwürgt, dann vergewaltigt und ihr acht Mal mit einem Messer in den Rücken gestochen, bevor er ihr zwei Stiche in die Brust versetzte. Die Verwahrung beantragte der Staatsanwalt, weil der Täter gemäss einem psychiatrischen Gutachten eine hohe Rückfallgefahr aufweist. Der Anwalt der Eltern des Opfers verlangte 110.000 Franken Genugtuung.

Verteidiger Daniel Andre-Mueller machte vor Gericht einen Irrtum geltend und plädierte auf Freispruch. Sein Mandant habe die Tat immer verneint. Die Anklage stütze sich einzig auf DNA-Analysen. Kein anderer Hinweis sei jemals gefunden worden. Das Gutachten basiere entsprechend auf einer Hypothese. Der Angeklagte habe nie Anlass zur Annahme gegeben, er sei der Mörder. Das Urteil wird am kommenden Freitag erwartet.

Der Schweizer hatte die junge Frau laut Anklage am 20. Dezember 1990 als Autostopperin mitgenommen und unter einem Autobahnviadukt bei Biel vergewaltigt und umgebracht. Die Leiche wurde zwei Wochen später von Buben entdeckt. Auf die Spur des Täters kam die Polizei erst elf Jahre später. Der nun Angeklagte war wegen der Tötung eines Schweizer Meisters im Bodybuilding in Biel bereits in der DNA-Datenbank gespeichert. Er war für diese Bluttat 1999 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. (dapd)

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