Mordrate in USA rückläufig – Experten sind überrascht
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Mordrate in USA rückläufig – Experten sind überrascht

Die Mordrate in den USA ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 1999 gesunken. Experten zeigen sich überrascht.

Wie die Bundespolizei FBI am Montag mitteilte, wurden auch weniger andere Gewaltverbrechen verübt. Während der Rückgang der Morde mit 12,2 Prozent am stärksten in Kleinstädten mit weniger als 10.000 Einwohnern ausfiel, gingen in den Grossstädten mit mehr als einer Millionen Einwohnern vor allem die anderen Gewalttaten zurück. Der Rückgang betrug hier 5,4 Prozent.

Im Vergleich zu den 16.500 Morden 2003 gab es im vergangenen Jahr fast 600 weniger gewaltsame Todesfälle, das war ein Rückgang um 3,6 Prozent. Verantwortlich dafür war vor allem Chicago, die drittgrösste Stadt der USA, die in zwei der vergangenen drei Jahre die Statistik anführte. Ein Sonderprogramm der Polizei führte zu einem Rückgang der Morde von 598 im Jahr 2003 auf 448 im vergangenen Jahr.

Für Kriminalexperten kam der Rückgang der Gewaltverbrechen überraschend, weil sie eine Zunahme von gewaltbereiten Strassenbanden verzeichneten und weil sich in vielen Regionen die wirtschaftliche Situation verschlechtert hat. Parallel dazu wurden die Budgets der Polizei gekürzt. «Da ist selbst die kleinste Verbesserung eine gute Nachricht», sagte der Jurist James Alan Fox von der Universität Northeastern.

Andere Experten verwiesen aber darauf, dass es keineswegs überall einen Rückgang der Verbrechen gegeben habe. Im Westen der USA stieg die Zahl der Morde um 0,4 Prozent und Gewaltverbrechen nahmen besonders in einigen kleineren und mittleren Städten zu.

(dapd)

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